Uwe Malow ist Studierender des Monats November in Bremen

Veröffentlicht am: 17 November 2017

In Bremen wurde diesen November Uwe Malow zum Studierenden des Monats ausgezeichnet. Wir hatten ein paar Fragen zu ihm und seiner bisherigen Zeit an der KW – Uwe hat ausführlich geantwortet:

 

Wer bist du und was zeichnet dich aus?
Ich bin der Chaot, der die Ordnung liebt. Ich bin der Musiker, der kein Instrument
spielen kann. Ich bin Darkwing Du… Nein, im Ernst: Diese doch recht simple Frage
stellt mich vor eine Herausforderung, also der Reihe nach.

Ich bin 32 Jahre alt, gelernter Kaufmann und arbeite seit meinem 16. Geburtstag im
Einzelhandel im gleichen (nicht selben) Job. Und spätestens nach der Ausbildung
war mir klar, dass nicht das Geringste daran so ist, wie ich mir das vorgestellt hatte.
Früher dachte ich immer, dass mir der Job einfach keinen Spaß macht. In der
Kunstschule habe ich jedoch über mich gelernt, dass eine Kreativität in mir ist, die
ausgelebt werden will – und muss. Dass ich dies erst in der KW erkannt habe, ist
eine Tragödie! Zu allem Überfluss wird man auch nicht jünger. Ich trauere der
verlorenen Zeit jedoch nicht hinterher, im Gegenteil. Ich bin sehr glücklich an der
KW und weiß, dass meine Bewerbung an dieser Schule die wichtigste Entscheidung
meines bisherigen Lebens war. Deshalb bin ich auch froh, zuvor keinen
Ausbildungsplatz als Mediengestalter gefunden zu haben – sparte mir also
wiederum drei Jahre Lebenszeit, da ich das Studium danach wohl ohnehin
angestrebt hätte.

Im Kopf bin ich glücklicherweise zu einem Teil Kind geblieben. In der KW habe ich
gelernt, dass das wichtig und kreativitätsfördernd ist. Gleichzeitig stelle ich fest,
dass dieses Kind in mir von Semester zu Semester erwachsener geworden ist.
Während ich im ersten Semester einfach drauf los gearbeitet habe, beginne ich
heute nichts (außer Scribbles etc.) ohne mir vorher Informationen zu beschaffen
und mir Gedanken darüber zu machen, was eine Aufgabe von mir verlangt, um
bestmöglich gelöst zu werden. Bestmöglich ist hier natürlich relativ zu verstehen.
Während meine Mutter von mir sagt, ich würde mir grundsätzlich viel zu viele
Gedanken machen (nicht nur um eine Aufgabe), und meine Kommilitonen
augenrollend die Nase rümpfen, wenn ich mal mit einem meiner Ergebnisse nicht
zufrieden bin, kann ich mich nicht des Eindrucks erwehren: »Da fehlt noch was …«
Öfter als mir lieb ist, wird der Eindruck zu einem quälenden Dilemma: »Hm, vielleicht
doch nochmal von vorn anfangen?« – Ein Blick auf die Uhr oder den Kalender
macht mir (glücklicherweise) schnell einen Strich durch die Rechnung. Keine Zeit zu
haben (das Studium muss schließlich finanziert werden), hat eben auch seine
Vorteile. Umso besser, dass ich das Studium auch als meine Freizeit ansehe –
ansonsten wüsste ich mit dem Begriff Freizeit auch nichts anzufangen. Und den
Begriff Langeweile höre ich in letzter Zeit hier und da auch immer wieder. Ich muss
mal im Duden nachschlagen, was das eigentlich ist!

Spaß beiseite, aber Langeweile habe ich weiß Gott nicht mehr empfunden, seit ich
an der Kunstschule Wandsbek studiere. Ich bin ein sehr sorgfältiger und
gewissenhafter Mensch, und das erfordert nun einmal, dass man sich Zeit für
etwas nimmt. Spätestens seit dem Fach Typografie I klappen sich bei mir die
Fingernägel um, wenn ich einen Divis sehe, der eigentlich ein Halbgeviertstrich sein
müsste. Aufs Detail besonnen bin ich also auch; ich nehme mir dieselbe Zeit für die
Kleinigkeiten, die dem großen Ganzen auf den ersten Blick keinen Mehrwert
bringen, und doch machen genau sie es zu dem, was es ist!

Abschließend möchte ich noch sagen, dass mein Traumberuf früher Schriftsteller
war (ob ich nun schreiben kann, oder nicht, überlasse ich dem Leser). Ich hatte da
schon recht früh den Traum im Traum, eines Tages mein eigenes gedrucktes Buch
in der Hand zu halten. In der Kunstschule habe ich mir diesen Traumtraum erfüllen
können – auch wenn der Text nicht von mir ist, stammt doch alles drum herum und
wie er aussieht, wirkt und lebt, allerdings schon. Was ich damit sagen will, ist, dass
ich ein Träumer bin, der an seinen Träumen festhält, und versuche, einige davon
wahr zu machen – auf die eine oder andere Art und Weise. Und vielleicht habe ich
ja eines Tages die Gelegenheit, den Traum eines anderen Träumers wahr zu
machen … Das fände ich sehr schön.

 

Hast du ein Lieblingsfach an der KW? Wenn ja, weshalb ist es dein Lieblingsfach?
Man kann nicht alle(s) mögen. Ich gebe zu, dass ich mich in einem Fach weniger
wohlgefühlt habe als in einem anderen. Man kann ja genauso wenig alles können.
Ganz aktuell blühe ich in dem Fach Web Development bei Sönke regelrecht auf. Ich
hatte mir anno dazumal auf eigene Faust HTML und CSS in seinen Grundzügen
beigebracht. Aufgrund der damaligen Beschränkungen (ich sage nur IE6) ist mein
Interesse aber schnell in Frustration umgeschlagen und meine Kenntnisse waren
dann nur noch nice to have. Als wir dann aber im vierten Semester HTML und CSS
von Grund auf angegangen sind, habe ich diese verrosteten Kenntnisse reaktiviert
und bin unserem lieben Dozenten bisher mindestens eine Aufgabe voraus. :3 Ich
habe auch schon mal mit ihm zusammen unterrichtet (Einführung in das BoxModell),
und mittlerweile ist es selbstverständlich, dass ich ihn dabei unterstütze,
die Probleme der Kommilitonen bei der Bewältigung der Aufgaben zu lösen. Das
macht total viel Spaß! 😀

Aber wenn ich an das Grundstudium insgesamt zurückdenke, würde ich das Fach
Kalligrafie eher als meinen bisher stärksten Favorit ansehen. Mir hat dieses Fach
unendlich viel Spaß gemacht und ich habe darin sehr viel darüber gelernt, wie
man fächerübergreifend arbeitet. Dabei habe ich auch meine ersten Schritte in
Typografie gemacht – ein Fach, das im dritten Semester folgte und für mich eines
der bislang wichtigsten Fächer war. Während ich da am Anfang noch ratlos vor
dem Rechner saß, entwickelte sich ganz schnell ein unfassbar starkes Interesse an
der Materie der Zeichen, Wörter und Sätze – und Raum. Wenn ich es also so
betrachte, war das Fach Typografie I + II mein Fach schlechthin.

Auf der Gefühlsebene jedoch war Kalligrafie eindeutig mein Lieblingsfach. Mit der
Feder in der Hand auf verschiedenen Papieren zu schreiben hat eine Anmut, die
kein Rechner und kein Computerprogramm simulieren könnte. Es hat etwas
Handwerkliches, eine ganz eigene Ästhetik und stellt enorme Anforderungen an
den Kalligrafen. Jeder Strich muss sitzen und auf den Punkt sein, es gibt nicht die
geringste Toleranz für Fehler, und eine Symbiose zwischen Atem und Motorik ist
eine Grundvoraussetzung für diese Arbeit. Mich hat es einfach gepackt und ich
fühlte mich mit der Feder von Anfang an wohl. Kalligrafie – darauf werde ich mein
Leben lang zurückgreifen.

 

Wo bzw. in welcher Umgebung bist du am kreativsten?
Ganz banal: zuhause. Weil ich dort absolute Ruhe habe. Es gibt nichts, was mich
von meiner Arbeit ablenken kann und der einzige Druck besteht dort darin, dass
man irgendwann in die Falle muss, um noch ausreichend Schlaf zu bekommen. Um
5:00 Uhr klingeln die Wecker (und um 6:30 Uhr weckt mich dann und wann auch
schon mal meine Mum – danke dafür <3) und meine ersten Gedanken nach dem
Aufwachen haben an mindestens sechs von sieben Tagen direkt Bezug zum
Studium. Das ist eine Motivation, mit der ein jeder meiner Tage beginnt und die ich
vor der Kunstschule eher selten erfuhr. Was kann es Besseres geben, als
aufzustehen und ein Tagesziel zu haben?

In der Schule arbeite ich auch sehr gern, zumal man hier in Gesellschaft ist und
durch den regen Austausch eigentlich viel kreativer sein kann als daheim allein. Da
man hier oder dort aber auch mal hilft oder sich selbst von seinen Kommilitonen
Unterstützung holt, sich austauscht oder einfach Gedanken aufschnappt, würde
ich schon sagen, dass die eigentlich kreative Arbeit in der Schule stattfindet.
Zuhause wird dann der Input ganz in Ruhe in Output umgewandelt.
Kreativität kann aber auch etwas Unberechenbares an sich haben. Manchmal bin
ich unterwegs und denke über etwas nach (oder auch nicht); dann sehe ich
irgendetwas und plötzlich setzt sich eine Mühle in meinem Kopf in Gang. Schnell
notiert, schnell skizziert, wenn ich es heute nicht mehr gebrauchen kann,
irgendwann gewiss! Meist bin ich aber so beflügelt, dass ich mich direkt an die
Arbeit mache.

Kreativität lauert hinter jeder Ecke. Nun ja, eigentlich meine ich damit Inspiration.
Kreativität ist natürlich immer im Standby. Meistens aber an. Und seit man das
Studium an der KW begonnen hat, tickt man, was das betrifft, eh anders und
besser. Man nimmt alles aufmerksamer wahr und sieht seine Welt mit offeneren
Augen.

Wichtig ist in meiner Welt und damit kreativen Umgebung aber immer die Musik.
Die Musik führt mich unweigerlich an den noch so verstecktesten Ort, an dem ich
kreativ sein kann, bis ich das finde, was ich suche. Musik berührt ja auch nicht die
Ohren – sondern die Seele.

 

Was machst du so, wenn du gerade nicht in der KW bist?
Entweder arbeite ich dann, um mein Studium zu finanzieren, oder ich nutze die
Freizeit an den übrigen zwei Wochentagen effektiv für das Studium. Das muss nicht
zwangsläufig die Arbeit an einer Aufgabe sein; ich informiere mich auch gern
durch Bücher und Tutorien oder erlange weiterführende Erkenntnisse, während ich,
weil ich bei einer Aufgabe feststecke und nicht weiter weiß, Internetportale
aufsuche, um meine Probleme zu lösen. Das kann genauso kompliziert sein, wie ich
es formuliert habe. Kurios wird es außerdem dann, wenn man bei der Recherche
noch ganz andere Probleme erkennt oder Lösungen zu Problemen erfährt, die
einem selbst noch nicht widerfahren sind – aber das ist dann schon mal vorab
ganz gut zu wissen! Ich strebe nach Wissen (das klingt jetzt viel elitärer, als ich es
meine) und möchte auf möglichst viel vorbereitet sein. Ich möchte meine
Berufung, die ich an der KW gefunden habe, schließlich auch in meinem künftigen
Beruf ausleben können und nicht über unnötige Stolpersteine … stolpern. Viel mehr
aber noch möchte ich meine Möglichkeiten ausloten und meine Fähigkeit
erweitern, mir Möglichkeiten vorzustellen. Die Fantasie ist letzen Endes die einzige
Begrenzung meiner Möglichkeiten. Und ich möchte, dass meine Fantasie so groß
bleibt, wie sie das anfangs von mir beschriebene Kind in mir hat.

Auch deshalb schaue ich mir auch gern mal Fantasy oder Science Fiction an oder
lese ein verrücktes Buch (okay, ich habe lange keine Bücher mehr gelesen). Und,
ach, was soll’s, ich bin ein kleiner Nintendo-Fanboy! Ich bin verflucht nochmal mit
dem SNES und Super Mario aufgewachsen und spiele noch heute mit Begeisterung
diese Spiele. Sogar die aktuellen. Eine Runde Mario Kart 8 Deluxe geht immer!
Meistens bin ich aber in der Bär GmbH beschäftigt und mache Salmoniden den
Gar aus. Mit Freunden, meist via Discord. Das ist ganz großes Kino!
Hach ja, das gehört zu dem Teil mit dem Kind in mir. Der erwachsene Teil sieht
seine Konsole eher in seinem Computer, der ganz viele tolle Spiele bietet, in denen
man Fotos bearbeiten, Vektoren formen und an Layouts feilen kann. Das macht mir
am meisten Spaß. Und mein Skizzenbuch enthält meine Cheat-Notizen. :3

 

Analog oder Digital?
Da ich mich der Wahrheit verschrieben habe, muss ich wohl spätestens jetzt mit
eben dieser rausrücken: Zwar lese ich bevorzugt noch analog in einem Buch oder
auch die Aufgabenstellung auf einem Arbeitsblatt zwischen mir und der Tastatur
(ich hasse es, zwischen Fenstern dauernd hin- und herwechseln zu müssen!). Ich
arbeite jedoch mit Abstand bevorzugt digital. Denn ich traue mir analog, also
beispielsweise mit Pinsel und Farben, nicht viel zu. Obwohl ich da schon eines
Besseren belehrt wurde, wenn ich so an das Fach Freie Malerei zurückdenke. Die
Ergebnisse waren – zumindest für mich – schon erstaunlich. Allerdings habe ich in
dem Fach auch gelernt, dass es überhaupt nichts für mich ist, von hell nach dunkel
zu malen. Um es frei heraus zu sagen: Das kann ich gar nicht und ich habe da
immer Angst, da ich in der analogen Malerei auch viel zu wenig Erfahrung habe. Ich
nehme lieber mein Grafiktablett zur Hand, man kann dann auch recht vorzeigbare
Ergebnisse erwarten, wenn man mir genug Zeit lässt. Photoshop und Co. verzeihen
Fehler einfach sofort (wenn man sie rechtzeitig erkennt) und STRG+Z bzw.
Blumenkohl+Z ist sowieso eine der genialsten Erfindungen, seit es Digitales gibt. So
etwas müsste es im Leben auch geben! 😀
Wobei ich auf der anderen Seite auch schnell erkannt habe, dass man gar nicht
auf Analoges verzichten sollte. Viele tolle Dinge lassen sich analog vor- und digital
aufbereiten. Analog anfangen und digital weitermachen. Die Nitro-Technik ist da
das Erste, was mir dazu einfällt. Geniale Sache!

Nun, mal abgesehen von der Malerei mit ihren unzähligen Werkzeugen, würde ich
niemals auf die Idee kommen, beispielsweise Kalligrafie am Rechner zu beginnen.
Digitalisieren kann man das im Nachhinein; so bleibt es handgemacht und man
kann es trotzdem virtuell weiterdenken und -entwickeln. Außerdem bin ich der
Meinung, dass – obwohl (oder gerade weil) ich es auch digital tue – Skizzen und
Scribbles besser von Hand zu Papier gebracht werden sollten. Am besten mit mehr
als nur einem Bleistift.

Und digital ist man einfach mobiler, wenn man anstelle einer Pinselsammlung,
Farbkästen, Staffelleien, Spraydosen und so weiter und so fort einfach einen Laptop
und ein Grafiktablett im Rucksack hat. Man hat dann ja alles dabei und ist bereit für
alle Schandtaten. So muss ich auch eingestehen, dass ich mich nicht aufhalten
lassen möchte von Vorbereitungen, die analog meist erst einmal nötig sind, um
überhaupt anfangen zu können. Hilfslinien ziehst du dir mit der Maus aus dem Ruler
und setzt sie zur Not per Transformationsbedienfeld exakt dorthin, wo du sie
brauchst. Das sind ein paar Klicks. Auf Papier kann das schon mal dauern und im
schlimmsten Fall ist dann, wenn deine Raster und Linien eingezeichnet sind, die
eigentliche Idee futsch – Alles schon erlebt. Ich denke halt praktisch und möchte
von Vorteilen der technischen Evolution einfach auch profitieren. Außerdem ist ein
antrainierter Workflow schon wichtig. Der geht mir einfach digital deutlich flüssiger
von der Hand.

Ach, und bevor ich es vergesse: Ich sehe meine Ergebnis am Ende dann aber doch
lieber analog! Es geht nichts über das tolle Gefühl, nach einer langen Schaffenszeit
das gedruckte Ergebnis in der Hand zu halten. Dieser haptische und visuelle
Eindruck ist einfach mit nichts zu vergleichen und für mich der krönende Abschluss
des anstrengenden Schaffensprozesses!

 

Was ist deine schönste Erinnerung in deiner bisherigen Zeit an der KW?
Es war ein großartiges Gefühl, nach dem Vorstellungstermin an der KW
angenommen zu werden. An diesem Tag hat sich mein Leben nachhaltig
verändert und ich habe ja schon eingangs festgehalten, dass es die wohl
wichtigste Entscheidung meines Lebens war, mich zu bewerben.
Ich habe keine besonders schöne Erinnerung in dem Sinne; die kommt dann aber
spätestens, wenn ich die Abschlussprüfung bestehe. Der Tag wird dann wohl noch
wichtiger sein als jeder Tag davor. Aber ich kann im Nachhinein sagen, dass es ein
überwältigender Moment war, als man mir nach vorgetragener Präsentation in der
Zwischenprüfung mitteilte, eben diese bestanden zu haben. Und dabei war ich so
nervös und pessimistisch in die Zwischenprüfung gegangen, dass ich eine völlig
falsche Selbstwahrnehmung dafür verantwortlich machen kann. Mir hat es aber
auch sehr viel Spaß gemacht, die Zwischenprüfung vorzubereiten, und das war
wirklich ein Riesenaufwand! Also, falls Ersties das hier lesen sollten: Fangt
rechtzeitig mit den Vorbereitungen an! 😀
Muss es eigentlich eine besonders schöne Erinnerung sein? Ich wüsste nämlich
noch eine Handvoll lehrreiche Erinnerungen (die man aber auch als schön
bezeichnen kann)! Zum Beispiel das Semesterprojekt im Fach Typografie II, in dem
wir ein typgrafisches Buch gestalten und einen Dummy davon anfertigen lassen
mussten. Das war echt stressig aber es hat unfassbar viel Spaß gemacht. Und
man hat sehr viel dabei und daran lernen können. Nicht nur in der Typografie
selbst, auch im Zeitmanagement und in der Druckvorstufe konnten wir hier
wichtige Erfahrungen sammeln.

 

Was wünscht du dir für deine Zukunft?
Oje, das erinnert mich an »Wo siehst du dich in X Jahren?« und ist gar nicht so
leicht zu beantworten. Für mich steht hier ganz klar mein Studium und alles, was
damit zusammenhängt, im Vordergrund: Ich wünsche mir zunächst einmal, dass
ich die Abschlussprüfung bestmöglich meistern werde und dass ich einen
Praktikumsplatz im siebten Semester bekomme. Im Einzelhandel ist es ja prinzipiell
so, dass das Alter schon ein Problem sein kann. Da kann man bei der Bewerbung
nicht unbedingt überzeugen, indem man will. Ich hoffe aber, dass genau das in
unserer Branche wirklich wichtiger ist als im Handel. Denn wo ein Wille ist, ist auch
ein Weg. Ich mache mir da allerdings auch keine Sorgen; ich will ja nicht nur,
sondern denke schon, dass man von meiner Affinität zur Gestaltung auch
langfristig profitiert. Ich habe viele verrückte Ideen und bringe ja außerdem schon
einiges an Erfahrung im realen Arbeitsleben mit.

Ich wünsche mir für die Zukunft aber auch, in der Branche schnell meinen Platz zu
finden, in dem ich mich ausleben kann. Ich kann mir nicht so sehr vorstellen, in der
aktiven Werbebranche zu landen, wie zum Beispiel in einem Verlagswesen oder in
der gestalterischen Abteilung einer Redaktion. Seit dem typografischen Buch und
später dem Kundenmagazin im Fach Corporate Publishing weiß ich, dass ich auf
jeden Fall typografisch arbeiten und mit Layouts sowie Printmedien an sich zu tun
haben will. Allerdings wünsche ich mir auch, illustrativ arbeiten zu können: Digital
Paintings und Logos oder Piktogramme zu entwickeln macht mir genauso viel
Spaß. Und ja, auch die Fotografie darf gern Teil meines täglichen Arbeitslebens
sein, auch wenn ich da noch ganz am Anfang stehe. Dabei fällt mir noch ein, dass
ich noch etwas Glück gebrauchen kann beim Lernen von JavaScript; ich habe das
schon mal im Selbstversuch erprobt, da kam ich nicht sehr weit. Was das betrifft,
ruhen meine Wünsche bzw. Hoffnungen für die Zukunft ganz auf Sönke. 😀
Unterm Strich wünsche ich mir für meine Zukunft das, was ich in diesem Interview
zwar nicht gerade beherzigt habe, aber im Studium ein Grundprinzip ist:
Keep it simple und Form follows function. 😉

 


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Autor: Anna und Sofia

Anna und Sofia

Hi, wir sind Anna und Sofia. Wir studieren im siebten Semester an der Kunstschule Wandsbek und sind das PR Team von der KW Bremen.

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