Lara-Marie Witt ist Studierende des Monats Dezember in Bremen

Veröffentlicht am: 15 Dezember 2018

15Moin Lara, stell dich doch bitte einmal vor!

Moin Moin, ich bin Lara, 20 Jahre jung und die gute Seele vom Acker

Ich bin ein absolutes Dorfkind und habe vor 2 Jahren, als ich für das Studium nach Bremen gezogen bin, einen ziemlichen Kulturschock bekommen. Da ich aber jemand bin, der sich gut und gerne an neue, unbekannte Situationen anpasst und sich leidenschaftlich in Abenteuer stürzt, war das kein Problem.

Ich bin tollpatschig, habe einen ziemlich eigenen Humor, bei dem niemand zugeben würde, dass er ihn feiert und sehe die Welt um mich herum meist wie aus Kinderaugen.

Meine Lebenseinstellung, jeden Raum, den man betritt, wenigstens ein kleines bisschen heller zu machen, funktioniert bisweilen ganz gut. So kann man abends immer mit einem ehrlichen Lächeln auf den Lippen einschlafen. Ich bin ein sehr ehrgeiziger Mensch und versuche meinen eigenen Vorstellungen und Erwartungen in jeder Hinsicht gerecht zu werden, was teilweise das Schwierigste überhaupt sein kann. Leidenschaft, Begeisterung und Überzeugung sind in meinen Augen Voraussetzung, um meine persönlichen und beruflichen Ziele zu erreichen. Ich muss hundertprozentig hinter etwas stehen, um mit gutem Gewissen andere davon zu überzeugen.

Wie bist du auf Kommunikationsdesign und die Kunstschule Wandsbek gekommen?

Schon mein ganzes Leben war ich eine kreative Träumernatur. Meine Kindergärtner suchten damals das Gespräch mit meinen Eltern: „Irgendetwas stimmt da nicht, Ihre Tochter setzt sich an den Mal- und Basteltisch, sobald sie morgens kommt und bleibt da solange sitzen, bis sie abgeholt wird!“ Aber sie schmunzelten nur darüber. „Ja, das ist unsere Lara.“ Der Drang, immer etwas Selbstgemachtes zu erschaffen, steckt eben in mir und lässt sich nicht unterdrücken. Die Freude war immer groß, wenn alle in meinem Umfeld als Versuchskaninchen herhalten mussten bei meinen Spielen, genähten Klamotten, geschnitzten Holzskulpturen und Gedichten. 😉

In den folgenden 12 Jahren Schule wuchs diese Faszination weiter und weiter. Nach dem Abitur 2016 war ich bereit, meine Flügel zu öffnen. Welcher Bereich es werden sollte, war eigentlich schon klar. Meine anderen Interessen wie Psychologie oder Sprache schweben zwar nach wie vor in meinem Kopf umher, aber dass das Kommunikationsdesign-Studium die richtige Entscheidung war, bestätigt mir der Spaß an der Sache, den ich niemals verliere, immer wieder aufs Neue. Als ich auf der Jobmesse in Vechta dann auf die Kunstschule Wandsbek stieß und von diesem familiären Gefühl überwältigt wurde, stand es fest. Ich werde Designerin!

Welches Fach hat dir im bisherigen Studium am meisten Spaß gemacht und warum?

Jedes Fach hat seine Vorzüge und Schwierigkeiten, die sich teilweise erst Jahre danach herauskristallisieren. Aber natürlich gab es Fächer, die mir besonders gut gefielen, weil sie mir näherbrachten, worin ich wirklich gut bin. Typografie war mein absolutes Lieblingsfach. Ich entdeckte zum ersten Mal, dass mir Gestaltung am Bildschirm auch liegt. Als “durchgefleischter Technik-Fremdling” war ich bis dahin „Team Analog“, aber diese Aufgaben gaben mir die Chance, mich selbst herauszufordern und zu beweisen. Je mehr ich im Laufe des Studiums dazulernte, desto freier und unabhängiger konnte ich mich in weiteren Bereichen entfalten. Die Ansätze des Programmierens in Web Development und Digitales Filmen gefielen mir zu meinem Erstaunen auch wahnsinnig gut und ich war beeindruckt, wie schnell man tolle Ergebnisse erreichen kann.

Was machst du, wenn du nicht gerade kreativ tätig bist?

Als Ausgleich zu der kochenden Denkfabrik brauche ich sportliche Aktivitäten. Seit 13 Jahren spiele ich Fußball in meinem geliebten Heimatverein, tanze verschiedene Choreografien und hier in Bremen versuche ich alles mögliche von Selbstverteidigung über Langhantelfitness bis hin zu Volleyball aus. Jedes Semester gucke ich, wonach mir gerade der Sinn steht. Hauptsache, ich kann mich so richtig auspowern. Außerdem bin ich seit 6 Jahren als Vorstandsmitglied in unserer Landjugend aktiv, wo wir Dorffeste, soziale Aktionen oder gemeinschaftliche Ausflüge organisieren. Seit einigen Jahren trete ich bei PoetrySlams auf, um die Welt daran teilhaben zu lassen, was alles in meinem Kopf vor sich geht. Ich bin als Outdoorkind großgeworden und liebe es nach wie vor, viel draußen zu sein. Zeltlager, Matsche, Festivals, in Pfützen springen, Wandern, Skifahren – unvergleichlich!

5 Semester an der Kunstschule Wandsbek. Was hast du aus der Zeit bis jetzt mitnehmen können und was würdest du Studis, die noch ganz am Anfang stehen, gerne mit auf den Weg geben?

Es waren aufregende, abwechslungsreiche, teils sehr stressige aber vor allem bedeutende Jahre für mich. Ich habe wahnsinnig enge Freundschaften geschlossen, die mich in meiner Persönlichkeit und Wahrnehmung nach wie vor sehr prägen. Das entspannte und gesellige Arbeitsklima an der KW ist unbezahlbar und macht erfolgreiche Projekte und Arbeiten überhaupt erst möglich. Ich habe gelernt, mich nie mit einem Status zufriedenzugeben, sondern mich immer weiter zu verbessern, neue Kompetenzen anzustreben und Tipps und Tricks von anderen dankbar anzunehmen. Trotzdem bin ich alles andere als eine Perfektionistin. Ich liebe es, Aufgaben intuitiv anzugehen und mich von mir selbst überraschen zu lassen. Gerade am Anfang des Studiums und zu Beginn jedes neuen Fachs versucht man, alles richtig und perfekt zu machen. Wichtig ist aber, auch mal etwas abschließen zu können und zufrieden damit zu sein. Manche Dinge könnte man eben unendlich fortführen, verbessern, perfektionieren. Aber das ist doch der Charme der Kunst: an dem richtigen Punkt aufzuhören. Nicht aufgeben, aber es gut sein lassen! Seine Schöpfung für perfekt inperfekt befinden, auch wenn es nicht jedem gefällt. Ich wünsche allen, dass sie es schaffen, sich selbst in dem Chaos zu finden und lernen, sich treu zu bleiben.


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Autor: Anika und Maximilian

Anika und Maximilian

Hallo! Wir sind Anika und Maximilian, beide im 6. Semester an der Kunstschule Wandsbek in Bremen. Wir wissen beide nicht genau, wie wir in dieser Position gelandet sind, aber versuchen euch höchst professionell über alles zu informieren was hier bei uns in Bremen so vor sich geht. 

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