Jan Hoorn ist Studierender des Monats Juni

Veröffentlicht am: 1 Juni 2014

Jan Hoorn ist Studierender des Monats Juni. Wir haben ihn persönlich getroffen und konnten ihm einige Fragen stellen. Was er zu berichten hat? Seht selbst:

Text aus dem Interview übernommen:

Kristin: Erzähl doch erstmal, wer Du bist:
Jan: Moin, ich bin Jan Hoorn, bin gerade im 7. Semester auf der Kunstschule Wandsbek. Seit ein paar Monaten, also relativ frisch, bin ich hamburgischer Mitbürger. Ich wohne jetzt in Barmbek und es gefällt mir hier sehr gut.

Kristin: Sehr schön! Und warum hast Du Dich damals für die kw entschieden?
Jan: Ich habe mir bis auf eine andere Uni gar nicht viel angeguckt. Die kam allerdings sehr anonym und umemotional rüber. Danach bin ich zum Tag der offenen Tür der Kunstschule gegangen und es war einfach eine Happy Stimmung. Ich habe mich gleich wohlgefühlt. Neben den ganzen faktischen Sachen, die natürlich gegeben sein müssen, also dem vielfältigen Fächerangebot, was super ist, und der ganzen technischen Ausstattung, ist die Stimmung für mich das A und O.

Kristin: Welches Semester hat Dir bis jetzt am besten gefallen?
Jan: Schwer zu sagen. Kann ich gar nicht beantworten. Aber Screendesign hat mir sehr gut gefallen, es war sehr anspruchsvoll, aber das fand ich gerade gut. Die ganze Webdesign Geschichte hat sich bei mir festgesetzt, sodass ich Lust habe da mehr zu machen. Das war ein super Fach!
Auch Social Marketing war sehr interessant. Es war eine sehr, sehr hohe Herausforderung für Spendenorganisationen Werbung zu machen, da die meistens ein beschränktes Budget haben und man auf eine bestimmte Tonalität achten muss. Somit keine leichte Aufgabe, finde ich aber auch sehr spannend!

Kristin: Welche Richtung gefällt Dir am besten oder was machst Du am liebsten?
Jan: Eigentlich Branding. Also eine Marke von Anfang bis Ende aufzubauen. Vom Konzept, das mir in letzter Zeit immer wichtiger geworden ist, einfach eine Marke vom Image bis zum Design aufzubauen und das auf allen Kanälen zu spielen und dann die Kommunikation auch von der Tonalität so anzupassen, dass die Zielgruppe sich angesprochen fühlt und die Marke an ihre Freunde weiterempfiehlt, was man ja eigentlich erreichen will, finde ich sehr spannend!

Kristin: Woher bekommst Du Deine Inspiration, was inspiriert Dich?
Jan: Das ist ganz unterschiedlich. Wenn ich mich mit einer Sache bschäftige und mich reindenke, passiert es ganz schnell, dass man sich manchmal verkrampft, wenn man schnell die Lösung braucht.
Ich habe gemerkt, wenn man dann mal locker lässt und auch mal andere Sachen macht (an anderen Projekten arbeitet oder einkaufen geht), sodass mein Kopf Pause machen kann, dann kommen mir die Ideen. Die scribble ich mir sofort auf!

Kristin: Gab es ein Projekt woran Du zurückdenkst, was für Dich das spannendste war?
Jan: Spontan fällt mir ein Wettbewerb für TUI Cruises (Kreuzfahrtsparte für TUI) ein. Es ging um eine Wanderausstellung. Hierbei galt es deren Image in ein/zwei Bildern aufzugreifen und auszustrahlen. Die Techniken und Motive waren frei wählbar. Ich habe mit Acryl-, Pastell- und Ölkreiden zwei Tiere (Tukan und Schildkröte) gemalt. Die Tiere hatten die Eigenschaften, die auch  die Marke verkörpern will und somit habe ich die Marke assoziativ in Tiere übertragen.

Das war ein super Projekt, es hat super viel Spaß gebracht und ich habe dieses Projekt total gelebt! Ich habe von vielen noch richtig gutes Feedback bekommen, was im Nachhinein noch mehr Spaß macht. Letztendlich habe ich mit dem einen den zweiten Platz gemacht und meine Bilder sind später auch auf Wanderausstellung durch Deutschland gegangen.

Kristin: Du hast eben schon von TUI erzählt, was hast Du sonst noch so für Projekte realisiert?
Jan: Gerade gestalte ich eine Website für eine Architektin. Websites laufen gerade ganz gut und ich wurde schon von mehreren angesprochen, was über die Kontakte der kw entstanden ist.
Ansonsten Flyer, für einen Beachclub habe ich etwas gemacht, auch im Bereich Social Media, wie beispielsweise die Facebook Seite immer am Laufenden zu halten. Und auch für einen Modeladen habe ich schon etwas umgesetzt.
Neben dem Design gehört für mich eine Beratung dazu. Vom Unternehmen heraus muss immer alles in einem Rutsch, in einer Tonalität dargestellt werden. Viele verstehen das aber nicht, weshalb sie für die Hilfe ganz dankbar sind. Diesen Bereich finde ich super interessant und das ist auch total wichtig.

Kristin: Wann bist Du am kreativsten, wann hast Du Deine kreativen Momente?
Jan: Wie eben schon erwähnt, wenn ich unterwegs bin und mir die Sachen zufällig einfallen, also eigentlich kein bestimmter Zeitpunkt. Ansonsten im Gespräch mit Menschen, vorzugsweise mit denen ich auf einer Wellenlänge bin und man ungehemmt reden kann, was für mich und meine Arbeitsweise die optimale Vorraussetzung ist.
Mit Leuten im Team Ideen, Konzepte zu entwickeln, Ideen-PingPong zu machen, sich die Ideen hin und her zu werfen, alles ist erstmal erlaubt und es kann sich alles in alle Richtungen entwickeln. Wenn man alleine sitzt, kann man kein Ideen-PingPong machen. Ich finde es total anregend, wenn man von anderen Leuten nochmal andere Ansätze, andere Sichtweisen bekommt und man selbst darauf reagieren kann.
Im Team entsteht auch Potential, was man ohne die anderen nicht gehabt hätte. Man entwickelt die Ideen der anderen weiter und kommt so immer wieder auf etwas Neues.

Kristin: Wie bekommst Du einen Ausgleich zum kreativen Arbeiten, wie gestaltest Du Deine Freizeit?
Jan: Die typische Antwort Sport trifft auf mich leider nicht zu. Irgendwie habe ich es nicht geschafft, meine Sportart zu finden. Aber ich gehe gerne feiern, wo ich dann auch ausgelassen tanzen kann. Das wäre also beispielsweise ein Ausgleich. Eigentlich brauche ich aber nicht den Ausgleich zum kreativ sein. Klar, zum Zeitpunkt der Deadlines wird es immer stressiger. Dann opfert man mal ein paar Nächte, und dann ist Schlaf ein ganz guter Ausgleich. Aber wenn man mit coolen Leuten zusammenarbeitet und das Projekt gut wird, dann lohnt sich das auch!
Ich wusste auch vorher, worauf ich mich einlasse, wenn ich Kommunikationsdesigner werde. Mir war klar, dass ich später in einer Agentur Überstunden machen muss, einen unregelmäßigen Alltag habe, aber da bin ich flexibel und zuversichtlich, dass ich mich darauf einstellen kann.

Kristin: Du bist ja auch bei unserer Studentenagentur Flüggedesign Mitglied Wie bist Du damals dazu gekommen, wie hat sich das entwickelt, dass Du da mitgemacht hast?
Jan: Im 5. Semester wurde ich von Stefan Kerp, dem Leiter der Agentur, gefragt, ob ich Lust hätte, Teil des Flüggeteams zu werden. Hat sich auf jeden Fall spannend angehört, aber zu dem Zeitpunkt war ich gleichzeitig Tutor im Fach Illustration und mir was das zu viel, obwohl ich immer alles mitnehmen wollte und zusätzlich zu der kw gerne mehr mache.
Und auf einmal mitten im 6. Semester dacht ich, mach einfach mit!
Und spontan konnte ich am nächsten Tag mit meiner Mappe vorbeikommen. Die hatte ich zu dem Zeitpunkt auch schon fertig, weil wir das Fach „Portfolio“ schon hatten. Von da an war ich Teil des Teams.

Und ich bereue diese Entscheidung gar nicht. Es ist eine super Erfahrung.
Wir arbeiten dort mit realen Kunden zusammen, entwickeln verschiedene Projekte. Von bis, unterschiedliche Bereiche für beispielsweise mittelständische Unternehmen. Wir gestalten dann zum Beispiel deren Webauftritt oder Broschüren oder aber auch Markenstrategien. Momentan arbeiten wir für ein Start-Up, welches noch im Aufbau ist, wo wir selbst auch am Markenkern noch mitschrauben können. Das macht schon Spaß, so ein Projekt von Anfang bis Ende zu begleiten, besonders auch mit unserem tollen Team.

Kristin: Was würdest Du dem ersten Semester für Tipps geben, wenn sie jetzt morgen ihren ersten Tag hätten?
Jan: Ich würde ihnen raten, sich auf alles einzulassen und jedem Fach und allen Menschen mit offenen Augen entgegen zu blicken. Aber auch Vorurteile und Grenzen im Kopf mal außen vor zu lassen und sich darauf einzulassen, allem eine Chance geben. Und dann schauen, was es mit einem macht. Wenn man sich dem öffnen kann, dann entwickelt man Potential, was man von sich nicht gedacht hätte. Das wäre ein super Grundsatz.
Und wenn sich die Gelegenheit bietet auch neben der Uni Projekte machen. Eventuell Flyer für kleinere Läden.
Auch ab dem 3. Semester, wenn man die Programme beherrscht, kann man bestimmt über familiäre Kontakte Flyer oder ähnliches gestalten. Immer mitmachen, immer alles probieren, überall dabei sein, vor nichts zurückschrecken.
Man wächst mit den Aufgaben und das schaukelt sich dann immer weiter hoch, sodass man letztendlich auf einen Erfahrungsschatz zurückblicken kann, was immer gut ankommt.

Vielen Dank für Deine Antworten!


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Autor: Kunstschule Wandsbek

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Die Kunstschule Wandsbek in Hamburg und Bremen ermöglicht es Kommunikationsdesign zu studieren.

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