Henrik Knüppel ist Studierender des Monats Juli in Bremen

Veröffentlicht am: 15 Juli 2018

Henrik in drei Worten:

Drei reichen da nicht.

Wolltest du schon immer Kommunikationsdesigner werden?

Nicht wirklich. Ich bin mir jetzt noch immer nicht sicher, ob der Beruf genau das ist, was ich für den Rest meines Lebens machen will. Knapp hinter dem Horizont auf dem Weg, der sich mein Leben nennt, befindet sich ein großes Haus mit Pool und eigenem Kino, welches ich mir von meinem Concept Artist/Illustrator – Lohn finanziert habe.
Kommunikationsdesign ist quasi das Auto, mit dem ich den Weg dahin beschreiten kann. Es ist sicher, verlässlich, und wenn ich am Ende doch keinen Bock mehr auf die Villa habe, fahre ich einfach an ihr vorbei und lehne mich in meinem Autositz zurück. Oder so.

Wie sieht für dich ein perfekter Urlaub aus? Sportlich oder entspannt, Heimat oder Ferne?

Achtung, eventuell kitschig: Am besten ist ein Urlaub mit Freunden. Dass ich Zeit mit Menschen verbringen kann, die ich mag, ist mir viel wichtiger als das WO oder das WAS. Die beiden Variablen spielen dann auch gar keine große Rolle mehr, weil man dann überall Spaß haben kann. Ich kann mich mit meinen Freunden zum Grillen treffen und genieße das genau so als würden wir ans Mittelmeer fliegen.

Du zeichnest viel und gerne Digital, welche Vorteile hat das gegenüber dem analogen Arbeiten?

Kurz: Man ist viel schneller und flexibler. Lang: Beim Zeichnen macht es nicht so viel Unterschied. Da kann ich auch schnell mal was wegradieren und neu hinzufügen. Da ist der einzige Unterschied für mich, dass ich es nicht noch digitalisieren muss, wenn ich es direkt am Computer zeichne, denn es ist dann ja schon digital.
Wenn Farbe ins Spiel kommt sieht es schon anders aus. Command und Z sind mit Abstand die zwei Tasten mit der meisten Abnutzung an meiner Tastatur. Außerdem habe ich viel mehr Möglichkeiten im Umgang mit Farben, Verformungen, Ebenen, Strukturen, Mischtechniken und so weiter. Das spart Zeit, aber auch Geld, da ich, im Gegensatz zum analogen Schaffen, nahezu nichts an Material verbrauche. Dafür ist das Geschaffene natürlich aufgrund der Möglichkeit zur Vervielfältigung ohne Qualitätsverlust nicht so einzigartig wie etwas Analog geschaffenes, beides hat Vor- und Nachteile.

Wie würdest du deinen Zeichenstil beschreiben?

Die Frage ist ja noch fieser als die mit den drei Worten. Ich scheue mich immer ein bisschen davor, mich auf einen Stil festzulegen. Natürlich haben meine Striche und Formen schon auch immer meine Signatur, aber ich versuche, mich nicht auf eine bestimmte Sprache fest zu legen, damit ich möglichst flexibel bleiben kann. Ob das der schlauste Weg ist, um sich weiter zu entwickeln, das wird wohl die Zeit zeigen, bis jetzt fahre ich aber ganz gut damit. Ich lasse mich stark von Digital Artists und Illustratoren inspirieren, zum Beispiel Jakub Rozalski, Alex Pardee, Rob Bliss oder Jared Muralt, um nur ein Paar zu nennen. Ich will mir bei Weitem nicht anmaßen so gut zu sein wie die genannten, aber ich glaube, man kann in meinen Arbeiten deren Einflüsse erkennen.

Hast du schon eine Idee für deine Abschlussarbeit? Wenn ja, magst du uns verraten, in welche Richtung sie gehen soll?

Ja die habe ich, und ich hoffe, dass meine Dozenten davon genau so begeistert sein werden wie ich. Ich würde gerne das Pen and Paper Rollenspiel, an welchem ich momentan schon in Editorial Design arbeite, nochmal stark vergrößern und verbessern. Ein Pen and Paper ist wie ein Computerspiel ohne Computer. Die Spieler erstellen sich Charaktere und überlegen sich Charaktereigenschaften, und auf die wird dann je nach Regelwerk gewürfelt. Einer der Spieler ist der sogenannte Gamemaster, der leitet das Ganze und ist sozusagen die Welt, in der sich die Spieler bewegen. Er gibt vor, was die Charaktere der Spieler wahrnehmen und wie die Spielwelt sie wahrnimmt. Das eigentliche Spiel findet dabei in den Köpfen und der Fantasie der Spieler statt.
Mein Pen and Paper wird auf einem Jahrmarkt spielen, auf dem Mysteriöse Sachen passieren, mehr will ich dazu erstmal noch nicht sagen, und ich werde sowohl das Regelwerk als auch Story und Illustrationen selbst anfertigen.


Autor: Anika und Maximilian

Anika und Maximilian

Hallo! Wir sind Anika und Maximilian, beide im 5. Semester an der Kunstschule Wandsbek in Bremen. Wir wissen beide nicht genau, wie wir in dieser Position gelandet sind, aber versuchen euch höchst professionell über alles zu informieren was hier bei uns in Bremen so vor sich geht.

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