Alexander Kahl ist Studierender des Monats Januar, 22 Jahre alt und im sechsten Semester.

Hi Alex,
neues Jahr, neues Glück! Du bist Studierender des Monats Januar 2009. Hoffentlich bist du gut ins neue Jahr gekommen. Gibt es irgendwelche guten Vorsätze für die nächste Zeit oder lässt du einfach alles auf dich zukommen und machst das Beste draus?

Wer mich kennt, weiß, dass ich sehr gerne im Voraus plane. Was ich mir für dieses Jahr vorgenommen habe? Natürlich meinen Abschluss zu machen und endlich in die Arbeitswelt entlassen zu werden. Aber vorher muss erst noch das 6. Semester beendet werden. Für das Abschlusssemester suche ich mir gerade einen Praktikumsplatz, damit die Zeit auch voll ausgenutzt wird.

Weißt du denn schon, in welche Richtung es mal gehen soll? Oder dient das Praktikum erstmal nur der Orientierung?
Im Grunde bin ich mir schon recht sicher, dass ich später in eine Designagentur möchte, jedenfalls anfangs. Wo es einen im Leben noch so hin verschlägt, kann man ja nie sagen. Auf jeden Fall möchte ich viel mit Material ausprobieren, verschiedene Papiersorten kennen lernen und schauen, mit was man noch so arbeiten kann. Ich denke, solche Sachen werden im Zeitalter von Web 2.0 gern außer Acht gelassen.

Dennoch ist dir das Web ja nicht ganz unbekannt, richtig?
Das stimmt schon. 2001 habe ich meine ersten Erfahrungen mit dem Erstellen von Webseiten gemacht, damals war das nur aus Spaß, aber über die Jahre kamen auch immer mal wieder kleine Aufträge dazu, ganz zu schweigen von den vielen Webseiten, die ich für mich selbst gebastelt habe. Mir gefallen die Möglichkeiten des Web, aber drauf spezialisieren möchte ich mich nicht, da ich auch gerne was von meinen Arbeitsergebnissen in den Händen halten möchte. Vielleicht wäre eine Kombination aus Web und Print genau das Richtige für mich. Das Praktikum soll auch dazu dienen, erste Kontakte zu knüpfen und den Agenturalltag kennen zu lernen.

Wirst du dann noch Zeit für deinen Job als Tutor haben? Ich kann mir vorstellen, dass das 1. Semester dich vermissen wird 🙂 !
Oh nein, die werden eher froh sein mich endlich los zu sein 🙂 . Aber es stimmt schon, den Job als Tutor an der kw werde ich dann sicher nicht mehr ausführen können, das wäre einfach zu viel. Abschluss, Nebenjob und Praktikum … irgendwo muss man einfach seine Prioritäten setzen, sonst kann man sich auf nichts richtig konzentrieren. Dennoch hat mir die Zeit beim 1. und 2. Semester sehr gut gefallen, immerhin liegt meine eigene Zeit dort ja schon weit zurück, ganz zu schweigen davon, dass ich gar nicht im 1. Semester war, sondern im Grundkurs.

Und das heißt …?
Zu meiner Zeit war es so, dass man mit entsprechender (optionaler) Bewerbungsmappe das erste Semester überspringen konnte. Die Gelegenheit habe ich natürlich gern genutzt.

Du bist also ein Überflieger, was? 😉
Nein, so würde ich das nicht sagen. Mir ist zwar einiges in die Wiege gelegt worden, aber das meiste erreiche ich durch Fleiß und den Willen, etwas zu bewegen. Wenn ich schon eine Ausbildung mache, dann doch wohl richtig! Das heißt, ich nehme alles mit, was sich mir anbietet. Ob es Wettbewerbe sind, oder Berufsfachmessen, auf denen ich die Schule repräsentiere. Schon nach kurzer Zeit habe ich gemerkt, dass sich mein ganzer Charakter durch das Studium verändert hat. Ich bin viel offener geworden und gehe nun viel lockerer auf Leute zu. Das wäre für mich damals ganz undenkbar gewesen. Heute probiere ich vieles aus und lasse das natürlich auch in meine Arbeiten mit einfließen. Warum immer das machen, was man eh schon kann? Lieber auch mal auf Risiko etwas anfertigen und für Diskussionen sorgen, als langweilige Sachen machen.

Würdest du das auch jedem Neuling an der kw raten?
Da bin ich mir nicht ganz sicher. Das sind schließlich nur meine Erfahrungen, aber ich glaube auch, dass jemand mit anderen Methoden bessere machen kann. Einige spezialisieren sich vielleicht gern auf etwas und wollen ihren eigenen Stil besonders gut ausbauen. Auch das finde ich lobenswert. Mir liegt es jedoch eher, ein wenig zu experimentieren und die Dinge miteinander zu verknüpfen. Was nun letztendlich die „bessere“ Variante ist, soll jeder für sich selbst entscheiden.

Gibt es denn einen allgemein gültigen Rat, den jeder beherzigen sollte, der dieses Studium erfolgreich abschließen will?
Da gibt es bestimmt sogar einige. Mal überlegen … „Augen offen halten“, „das lieben was man tut“, „nie aufhören zu lernen“ und „sehr viel mit anderen über die Arbeiten reden“. Das kann ich jedem wärmstens empfehlen. Ansonsten muss jeder irgendwo seine eigenen Erfahrungen machen, aber davon möglichst viele!

Deswegen interessierst du dich also auch für das Master-Programm in Wolverhampton, oder?
Ganz genau! Mir geht es dabei nicht nur um den Titel „Master of Art and Design“, sondern hauptsächlich um die Möglichkeit in einem anderen Land, in einer anderen Sprache, meine Fähigkeiten weiter auszubauen. Dass man dabei mit so vielen verschiedenen Menschen aus aller Welt in Kontakt steht, muss eine unendliche Quelle der Inspiration sein. Sofern mir die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen, möchte ich diese Chance unbedingt nutzen, solange sie mir offen steht.

Das klingt sehr spannend! Planst du sonst noch etwas für die Zukunft?
In naher Zukunft werde ich eine Ausstellung mit kalligrafischen Arbeiten machen. Wann das sein wird, kann ich nur grob umreißen, aber ich bin sicher, dass es dazu einen ausführlichen Bericht auf der kw-Webseite geben wird. Außerdem träume ich von meinem eigenen Atelier in einem Leuchtturm 🙂 .

Und zum Schluss verrate uns doch eine kleine Schwäche von dir…
Mein Drang zur Perfektion bringt mich oft in Entscheidungsschwierigkeiten, weil ich mir viele Möglichkeiten vorstellen, aber nur eine umsetzen kann. Das macht mich manchmal ein wenig traurig, wenn ich mir vorstelle, dass eine Aufgabe oder ein Auftrag auch ganz anders hätte enden können.
Man weiß da nie, wie es anders rübergekommen wäre.

Wir dürfen gespannt sein, dir viel Glück wünschen und uns auf das freuen, was noch kommen mag.
Vielen Dank für dieses Interview und einen guten Start ins neue Jahr wünsche ich dir.

Vielen Dank.

Das Interview führte Mandy Flemming aus dem 3.1 Semester.