Warum die technischen Abläufe für das Design wichtig sind!

Veröffentlicht am: 29 Oktober 2012

Sina-Thiessen - Beispiel HTML

Im Sommersemester 2012 hat sich aus dem ersten Semester eine kleine Redaktion gebildet, die ein Magazin erstellt hat. Neben der Printausgabe soll es hierfür auch eine digitale Onlinevariante geben. Den Rahmen hierfür bildet Flash. Einmal gestaltet und umgesetzte hat man die Möglichkeit ohne die Datei verändern zu müssen auf wechselnde Inhalte variabler Menge zuzugreifen. Das ist vor allem dann besonders interessant, wenn an Flash schon gearbeitet wird, bevor alle Inhalte des Magazins fertig sind. Aber wie geht das? XML macht es möglich. So nutzt das erste Semester für ihr E-Mag ABYZ eine fertige Flashadtei ohne direkt mit Flash arbeiten zu müssen. In XML können die Bilder in einer einfachen Schreibweise oder vielmehr die Daten zu den Bildern ohne großen Aufwand gepflegt und verändert werden. In einer selbstdefinierten Form wie organisiert werden. Wichtig ist hier die Absprache zwischen der Flash- und der XML-Gruppe. Die einzelnen Tags (z.B. <title>…</title>) werden zunächst festgelegt. Das kann gemeinsam oder durch eine der beiden Gruppen geschehen. Wichtig ist nur, dass diese Grundlage als bindend beachtet wird.

Es sieht schwieriger aus als es ist. Die einzelnen Tags umschließen die gewünschte Information wie Titel, Beschreibung oder Autor. Die einzelnen „items“ können von Flash abgezählt und dann nacheinander ausgewertet werden. Der Schlüssel ist Universalität. Damit das gut funktioniert ist es maßgeblich, den Player in Flash so zu konstruieren, dass er unabhängig von konkreten Angaben arbeiten kann. Es ist ihm also egal, welche Daten in den einzelnen Tags stehen, solange sie da sind und verarbeitet werden können. Das ist für Angaben wie Titel und Autor nicht schwierig, da diese hier lediglich als Text ausgegeben werden müssen. Doch was ist mit dem Bildnamen? Auch hier muss es bindende Absprachen geben, wo die Bilder zu finden sind. Doch was passiert, wenn ein Bild mal nicht da oder fehlerhaft ist? Oder es kann einfach nicht geladen werden? Damit Flash hier nicht in eine Sackgasse läuft müssen solche Fehler durch ein Errorhandling abgefangen werden. So kann der Player erkennen, dass das Bild nicht geladen werden kann und entsprechend reagieren. Doch was heißt das für den Designer? Auch er muss konzeptionell Fehlerausgaben und Fehlermanagement berücksichtigen. Was bekommt der User zu sehen, wenn ein Bild mal nicht vorhanden ist? Das ist nicht nur eine Frage des Designs, sondern auch der Usability. Hier eröffnet sich ein breites Feld der Gestaltungsmöglichkeiten und –verpflichtungen. Wie sieht die Ladeanzeige aus, um dem User ein Feedback zu geben, dass etwas passiert. Wie lange wird eigentlich geladen? Reicht es eine einfache Anzeige zu geben, dass etwas passiert oder sollte es doch lieber der genaue Status sein, der angezeigt wird, um abzuschätzen wie lange es noch dauern wird.

Der Player selbst stellt zudem Herausforderungen an den Designprozess, die zunächst nicht offensichtlich sind. Denken wir nochmal an die universelle technische Herangehensweise. Alle Daten müssen, ohne sie vorher zu kennen, verarbeitet werden. Das heißt doch auch, dass die gezeigten Bilder noch gar nicht bekannt sind. Weder beim Bau in Flash, noch beim Designentwurf. Wie breit werden die Bilder also sein? Sind sie alle gleich? Gibt es Hoch- und oder Querformat? Wie und wo werden kleinere Bilder gezeigt? Und welche Größe ist überhaupt die maximale? Wie ist es denn mit den Titeln, den Autorennamen usw.? Alles Komponenten, die inhaltlich noch nicht bekannt sind, im Design aber integrieren werden müssen. Es ist etwas anderes den Namen „Tom Bach“ in ein Design zu integrieren oder „Kasimier-Gustav Graustufenverlauf“ (um mal einen kurzen Namen zu nennen). Auch hier ist also die Kommunikation zwischen den einzelnen Stufen unumgänglich, um Rahmenbedingungen herzustellen und, darüber hinaus, müssen die verschiedenen Eventualitäten bedacht werden.

Die technische Freiheit, einen Player für beliebige Bilder und Informationen zu erstellendurchsetzt das Design mit Anforderungen, die in ihrer Tragweite schneller und kompetenter bedacht werden können, wenn ein Verständnis für die technischen Abläufe vorhanden ist.


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Autor: Kunstschule Wandsbek

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Die Kunstschule Wandsbek in Hamburg und Bremen ermöglicht es Kommunikationsdesign zu studieren.

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