In Rahmen der Vortragsreihe Studentenfutter besuchte uns am 12.05.2010 Kirstine Fratz, um unseren Studierenden einen Einblick in das Thema Trendlehre und Trendforschung zu geben.

Frau Fratz selbst ist studierte Ethologin und Feldforscherin.
Sie erzählte uns von ihren Tätigkeiten als Trendforscherin, so zum Beispiel, dass sie keine festen Arbeitszeiten habe, sondern immer forsche.
Sei es am Tiefkühlregal im Supermarkt oder beim Stöbern in der Apothekenrundschau.

kirstine fratz in der kunstschle wandsbek

Andeutungen in welche Richtung ein Trend sich begibt umgeben uns alltäglich in fast jeder Information, die uns erreicht.
Am Wichtigsten hierbei, sagt sie, ist die Differenzierung zwischen „Was bedeutet das?“ und „Wie finde ich das?“
Die Qualität der Forschungsergebnisse ist nur von diesem Punkt abhängig, da keine persönliche Wertung des  Geschehenen oder Gesehenen Informationen vorkommen darf.

Frau Fratz erklärte, dass Trendforschung keine Zukunftsforschung ist, sondern sich nur auf die nächsten 2-5 Jahre beziehen kann.
Zudem handelt es sich um eine „Pseudowissenschaft“, da Trendforschung ein reines Marketing Tool ist.
Sie gab uns den Tipp: vorab Trendanalysen durchzuführen und bei Kundenpräsentationen einfliessen zu lassen. Dies ist eine gutes Kaufargument für den Kunden, da es ihm eine gewisse Sicherheit gibt zu sehen in welche Richtung ein derzeit bestehender Trend geht und wie man ihn nutzen kann.
Hierbei hilft das „analoge Recherchieren“
Das Zerlegen von Themen in ihre Einzelteile. (Welche Farben/Elemente/Orte werden für Frische verwendet?)

Die Trendforschung ist keine Reflektion der Realität. Sie zeigt lediglich Marktchancen auf.
Sie ist eher als „Boulevardforschung“ anzusehen, da sie den Zeitgeist analysiert und hilft neue Wege einzuschlagen, die die Aufmerksamkeit des Kunden wecken.

Die wichtigsten Fragen bei der Konzeption einer Kampagne sollten also folgende sein:

Ebenso muss ein Trendforscher in der Lage sein Muster zu erkennen.
Als Beispiel nannte sie hier den Übergang zwischen dem Trend „Wellness/Bio“ zum Trend „Selbstoptimierung/Gehirnjogging“
Aus diesem Grunde, sagte sie, sei jetzt die große Zeit für Nerds und Geeks.

Trendforschung ist das Forschen, Verdichten und Interpretieren der eigenen Umgebung und es ist wichtig verschiedene Forschungsmethoden zu beherrschen und diese zu kombinieren.

Einen Trend erkennt man daran, dass er kulturelle Codes knackt und innovative Möglichkeiten für Produkte und Designs bietet.
Der Trend wandelt sich also zu einem Produkt oder einer Verpackung.
Aus kreativen Ideen werden im nächsten Schritt strategische Entscheidungen.

Ein hilfreiches und interessantes Thema.
Wer sich gerne weiter mit Trendforschung auseinandersetzen würde hat hierzu während der Projektwoche die Möglichkeit.
Frau Fratz wird in dieser Zeit den Workshop Nummer 4 leiten und dort weiter auf dieses Thema eingehen.

Nicht vergessen!
Die Eintragungen für die Workshops finden nach den Pfingstferien am 28.05.2010 um 13.30 statt.