Film und Exkursion 2018/19

Veröffentlicht am: 23 Januar 2019

Artikel von Annette von Keudell

Die Seminare im Bereich Film finden nicht nur in den Hallen der Kunstschule Wandsbek statt – wir unternehmen regelmäßig Exkursionen – Hamburg hat ein großes Angebot an interessanten temporären Ausstellungen.

Das letzte Jahr fing im März mit einer großartigen Ausstellung in den Deichtorhallen an. LOOP mit Werken von Robert Longo, Arbeiten von Francisco de Goya und Sergei Eisenstein. Unser Fokus lag auf Sergei Eisenstein, der mit mehr als vierzig Storyboard-Skizzen seiner Filme vertreten war. Zusätzlich wurde eine Auswahl seiner Filme gezeigt, die raumgreifend in Slow Motion projiziert wurden, sodass jedes Einzelbild in seiner Eigenständigkeit erlebbar war. Eisenstein, als Meister seines Fachs, gibt mit seinen Werken eine gute Grundlage für die eigene Arbeit der Studierenden, die gerade selbst an Storyboard-Skizzen für ihren Kurzfilm saßen.

Im Sommer fand die 7. Triennale der Photographie statt, ein international einmaliges Festival für Fotografie und benachbarten Künsten wie Bewegtbild und filmischer Installation. Insgesamt haben sich etwa 80 Institutionen beteiligt. 2018 war das Thema „Breaking Point. Searching For Change“. Wir haben zwei Ausstellungen besucht, die im filmischen Kontext interessant waren.
„Wenn Gott mal nicht aufpasst“ – im Tempel 1884, Studierende und Absolventen der Kunsthochschule Kassel zeigten auf dem Gelände der ehemaligen Synagoge des Israelitischen Tempelverbandes ihre künstlerische Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex „Breaking Point“. Umgesetzt mit verschiedenen Medien (Fotografie, Film, Installation) bekamen die Studierenden der Kunstschule Wandsbek einen Einblick, wie ihre Kollegen aus Kassel sich mit Fragen einer, sich rapide im Wandel befindlichen Welt auseinandersetzen.

Im Hauptprogramm der 7. Triennale der Photographie war die Ausstellung mit dem Titel [CONTROL] NO CONTROL in der Hamburger Kunsthalle zu sehen. Was passiert, wenn nicht mehr Menschen, sondern Computer Bilder »lesen« und wenn Realität nur noch durch Fotos oder Filmen wahrgenommen wird? Welche Bilder beschreiben heute die vielfältigen Wirkungsweisen von Macht durch Kontrolle? Welche Bruchstellen und Möglichkeiten für Veränderung können sie sichtbar machen? Wir haben unterschiedliche künstlerische Positionen in der Fotografie und im Medium des Films diskutiert. Besonders beeindruckt hat uns Richard Mosse: Sein Dreikanal-Film „Incoming“ zeigt Menschen auf der Flucht, die er mit einer Wärmekamera aufgenommen hat, die speziell menschliche Körper auf über 30 Kilometer Entfernung aufspüren kann. Aufnahmen aus Nordafrika, Südeuropa und vom Mittelmeer, eine nicht zu verdrängende Realität.

Zum Abschluss des Jahres besichtigten wir im Dezember die NDR-Fernsehstudios.
Herr Jörn Behrens führte uns eindrucksvoll über das Gelände. Zur Einführung ging es vorbei an der Maske und der Kostümausstattung. Danach hatten die Studierenden Einblick in die Studios: Im Studio des NDR 1, Hamburg Journal zeigte Behrens einige “Bluebox-Effekte” und die Studierenden konnten die Regie mit ihren diversen Arbeitsplätzen kennenlernen. Weiter ging es zum Studio NDR 2 (DAS! Gäste auf dem roten Sofa, Mein Nachmittag, ARD Brennpunkt und NDR aktuell) und zuletzt in das Studio NDR 3 (u.a. Sportclub, Extra 3, NDR Talkshow)
Das 20 Millionen Euro Tagesschau/Tagesthemen Studio konnte man leider ohne „Führerschein“ nicht besichtigen, da das Verletzungsrisiko ohne Einführung zu groß wäre. Auf einer Medienwand konnten die Studierenden aber alternativ eine gute Vorstellung davon kriegen.
Nach etwa zwei Stunden haben wir dann im Besprechungsraum u.a. über Berufsmöglichkeiten beim NDR gesprochen und haben zum Abschluss das einzige Foto machen dürfen. Danke an Herrn Behrens für die interessante Führung!

Auch 2019 stehen wieder interessante Ausstellungen an, wie zum Beispiel „Fuzzy Dark Spot“, Videokunst aus Hamburg, in der Sammlung Falckenberg und „The Video is the Message“ in der Hamburger Kunsthalle.


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Autor: Alex und Rico

Alex und Rico

Moin, wir sinds, die PR-Jungs der Kunstschule Wandsbek Hamburg. Wir studieren beide zur Zeit an der KW im zweiten beziehungsweise dritten Semester und dürfen euch nebenbei noch ein bisschen auf dem laufenden halten, in Bild und Sprache, was gerade so bei uns an der KW passiert. Alex ist schon seit längerem Hobbyfotograf und seit geraumer Zeit nun auch so fast richtig Profimäßig unterwegs. Und Rico, nun ja, Rico schreibt halt ein bisschen was zu den Aufnahmen. Auch schon so fast halbwegs Profimäßig..

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