Exkursion ins Kunsthaus „Thomas Kilpper – 150 years of printmaking“

Veröffentlicht am: 8 Oktober 2014

Exkursion Thomas Klipper

Im Rahmen des Seminars „Manuelle Drucktechniken“ fand am Mittwoch den 13. August eine Exkursion ins Kunsthaus Hamburg statt. Dabei wurde die Gruppe aus dem dritten Semester von einer Mitarbeiterin der Vereinigung „Griffelkunst“ durch die Ausstellung „Thomas Kilpper – 150 years of printmaking“ geführt.

Die Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V. verlegt seit 1925 Editionen originaler Grafik, um so Kunst für ein breites Publikum erschwinglich zu machen. Nun ist es ihr gelungen, Thomas Kilppers Arbeiten im Rahmen der Ausstellungsreihe „Imprint“ nach Hamburg zu holen.

In seinen Kunstwerken befasst sich der in Berlin lebende Künstler mit gesellschaftskritischen und politischen Themen. In seinen Druckgrafiken bildet er bekannte politische Persönlichkeiten der Vergangenheit und Gegenwart sowie Situationen und Texte ab, die mit ihnen im Zusammenhang stehen. Personen stellen laut Kilpper Träger der Geschichte dar. Er begibt sich für seine Arbeit in historisch bedeutsame, leer stehende Gebäude. Deren Geschichte wird verbildlicht, indem der Boden wie ein Druckstock für Hochdruck bearbeitet wird. Die Abbildungen werden direkt in den Bodenbelag geschnitten, sei er aus Holz oder etwas anderem. Anschließend werden riesige Drucke direkt vom Boden auf großen Stoffbahnen sowie einzelne Ausschnitte auf Papier abgenommen. So entstehen einzigartige Kunstwerke.

Ein Beispiel dafür ist die Verwandlung der 800 Quadratmeter großen Kantine des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit (Stasi) in einen gigantischen Druckstock, welcher Motive aus der Geschichte der Überwachung und des Widerstands enthält. Die daraufhin entstandene Druckgrafik zierte während der Berliner Ausstellung die Fassade der Spitzelzentrale. Inzwischen finden dort Techno-Partys statt, bei denen auf Thomas Kilppers noch immer vorhandenem Werk getanzt werden kann.

Die immense Größe des gedruckten Bildmaterials ist ungewöhnlich und beeindruckend. Die vielen Details der handwerklich großartigen Schnitte, deren Präsentation z. B. auf halb-durchsichtigen „Fahnen“, die Mobile-artig im Raum hängen und die Auseinandersetzung mit teilweise brandaktuellen Themen lösten innerhalb des Semesters starke Begeisterung aus. Eindrucksvoll zeigte außerdem ein Video die verschiedenen Arbeitsschritte des Künstlers, bei denen es großen Geschicks und Durchhaltevermögens bedarf. Meine Worte sagen ausgesprochen wenig, wenn man die Werke des Künstlers nicht selbst gesehen hat. Aus diesem Grund möchte ich euch einige Fotos nicht vorenthalten.

Autoren: Andreas Weigel & Peter Hinrichs

 


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Autor: Miriam Wagner

Miriam Wagner

Hi, mein Name ist Mia. Ich hab von 2009 bis 2013 an der kunstschule wandsbek studiert und schon während meines Studiums an der kw als PR gearbeitet. Jetzt, nach meinem Abschluss, bin ich wieder zurück und freue mich wieder als rasende Reporterin unterwegs zu sein.

Kommentare

2 Kommentare bis her ...


  1. Avatar Johanna Güttner sagt:

    Hey Sören!
    Das freut mich! In dem Fach Manuelle Drucktechniken lernst du verschiedene manuelle Hoch- und Tiefdruckverfahren kennen, wie beispielsweise: Frottage, Linoldruck, Kaltnadelradierung oder den Nitrotransferdruck, um nur Einige zu nennen.
    Außerdem hast du bei deiner themenbezogenen Projektarbeit immer viel Freiraum um dich auszuprobieren und zu experimentieren. Ich hoffe, das hat dir geholfen! 🙂

  2. Avatar sören sagt:

    wow. ihr macht auch manuelle Drucktechnik. das ist klasse. hab in meinem profill in der oberstusfe auch gerade drucktechnik. wprde gern mehr darüber erfahren.´
    sören.