Die kw betritt Neuland – ADC 2013

Veröffentlicht am: 22 Mai 2013

Art Directors Club

Die KW auf dem ADC 2013: So wars

Ein Bericht von Stefan Kerp

Die Entscheidung, dass die Kunstschule Wandsbek sich auf der ADC Ausstellung präsentieren wird, fiel schon im Sommer 2012. Was in der Zwischenzeit alles passierte und welche Hürden genommen werden mussten, erfahrt Ihr in dem nachfolgenden Artikel. Um es auf den Punkt zu bringen: es wurde uns nicht leicht gemacht.

Für alle, die einfach nur das Ergebnis sehen wollen, ist das Making of genau das richtige. In 2:13 Minuten seht Ihr, wie der Stand nach und nach entsteht und wie wir uns auf der größten Kreativshow Deutschlands präsentiert haben.

Okay – Ihr habt Euch entschieden, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und alles zu erfahren: nachdem klar war, dass der ADC für die kommenden drei Jahre nach Hamburg kommt und die Entscheidung getroffen wurde, dass die KW sich dort mit einem Stand präsentieren wird, entschied ich mich, mit den 5. Semestern das Standkonzept für die KW zu entwickeln – und das, obwohl uns noch fast alle Infos fehlten.

Wo findet das Festival statt? Wie viel Platz haben wir? Welche technischen Voraussetzungen haben wir? Alles Fragen, deren Antworten eigentlich in ein gutes Briefing gehören. Es blieb´ uns nichts anderes übrig, als ins Blaue hinein zu arbeiten, viele gute Ideen zu entwickeln – in der Hoffnung, dass wir diese nachher auch umsetzen können.

Anfang April 2013 dann der Schock: wir werden eine Standfläche von nur 4 qm bekommen. Damit pulverisierte sich ein Großteil der guten Ideen. Das Konzept von Caro Kraemer, Julia Machtans und Julide Girisken hatte allerdings ein gutes Motto und Elemente, die weiterhin einsetzbar waren.

Da nun die Zeit mehr als drängte, musste ich in einer Hauruck-Aktion den Stand für die vorgegebene Größe umkonzipieren, einen straffen Zeitplan und eine Todo-Liste erstellen sowie die Mannschaft zusammenstellen.

Das Konzept und das Motto KWality standen. Nun wurde in Windeseile von Davina von Sobbe Grimberg eine website entwickelt, bei der Interessenten nach gewünschten Skills ihre zukünftigen Mitarbeiter auswählen konnten. Hierzu hatten die besten Studenten der 6. und 7. Semester die Möglichkeit, ihre Portfolios zur Verfügung zu stellen.

Eine Showreel, die die besten Arbeiten aus den verschiedenen Unterrichtsbereichen sowie von flüggedesign zeigt, wurde in Tag- und Nachtschichten von Alex Springer zusammengeschraubt. Klaus Möller stand als Pate bei dem finalen Schnitt und der Auswahl der Musik.

Dann fand ich im Netz noch diese genialen Papphocker, die leicht zusammenzubauen sind und 100kg tragen. Schnell 250 Stück bestellt und für den anstehenden Workshop zur Seite gelegt.

Nun bekamen unsere Hausmeister und Tutoren von mir eine lange Liste mit Materialien, die besorgt werden mussten: Obstkisten aus dem alten Land, Rauhspundbretter, Arbeitsplatten, Schrauben, Lampen, Verlängerungskabel, Farbe, Pinsel und vieles mehr…

Ende April an einem Samstag treffe ich mich dann mit vielen hilfsbereiten Studenten zu einem Workshop. Die Bretter werden auf Länge zugeschnitten, zusammengesetzt und angemalt. Ebenso die Obstkisten. 250 Papphocker werden farbig markiert und mit Aufklebern versehen. Illustrationsbegeisterte Studenten individualisieren anschließend jeden einzelnen Hocker.

Die letzten Tage vor der Ausstellung verfliegen wie im Flug. Und immer und überall tritt noch ein Problem auf, immer ist die Zeit für die vielen kleinen Details zu knapp – und trotzdem klappt es dank der tatkräftigen Unterstützung von allen zum Schluss perfekt.

Am Mittwoch, den 15.05. treffe ich mich dann mit einer kleinen Truppe von flüggedesign-Mitarbeitern um 08.00 Uhr in der Kunstschule. Wir beladen den gemieteten Transporter, verstauen Holzkisten, Rückwände, Arbeitplatten, einen riesigen Flatscreen, zwei Rechner, diverse Kleinteile und einen Haufen Werkzeug.

Um 10.00 Uhr beginnen wir mit dem Aufbau und sind pünktlich um 14.00 Uhr fertig. Es sieht nicht nur genau so gut aus, wie wir es uns alle vorgestellt haben, sondern wir legen damit die Messlatte für die anderen Schulen auf eine unerreichbare Höhe. Geschafft. Und mehr als das Ziel erreicht.

Nun beginnt der Ausstellungsbetrieb, bei dem jeden Tag wechselnde Teams für die Interessenten als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Eine perfekte Bühne nicht nur für die Schule sondern vor allem für die Studenten.

In einem Speed-Recruiting sitzen sieben ausgewählte Studenten aus dem 7. Semester Agenturmanagern gegenüber und führen dreiminütige Bewerbungsgespräche. Hierzu ein Live-Eindruck von Davina von Sobbe-Grimberg:

„Die Halle ist warm. Zu warm. Man steht unter Strom. Die Aufregung steigt. Man weiß nicht genau was einen erwartet. Noch mal schnell im Kopf alles durchgehen. Bloß nix vergessen. 3 Minuten sind nicht viel Zeit. Ok, es läutet, los gehts. Hinsetzen. Erstmal nett begrüßen, dann Visitenkarten austauschen und Give Aways der Agentur einpacken. Ok, nun kurz und knapp schildern, was man denn kann. Nebenbei Arbeiten auf dem iPad zeigen. Die Atmosphäre wird entspannter, man merkt schnell, ob man gut ankommt oder nicht. Nun werden die Fragen individueller. Man scherzt und lacht ein wenig. Es läutet schon. Oh, 3 Minuten schon um. Weiter gehts. Das Ganze noch vier Mal. Beim 5. Tisch merkt man, dass es an die Substanz geht. Volle Konzentration gebündelt in 20 Minuten. Nach dem letzten Läuten ist es vorbei. Man geht erstmal in eine Ecke und atmet tief durch. Den Puls erstmal bändigen. Gar nicht so einfach. Die nächste Runde beginnt in 50 Minuten.“ So bzw. so ähnlich kann man sich das Speed Recruiting beim ADC Nachwuchstag vorstellen. Es war anstrengend und aufregend zugleich. Eine wirklich tolle Erfahrung.

Im Nachwuchskongress konnten sich die Studenten darüber hinaus wichtige Tipps von Agenturprofis zum Thema Berufseinstieg holen.

Abgesehen von der ziemlich desolaten Organisation seitens des ADC, der zum Teil schlechten Präsentation der Arbeiten und dem fehlendem Mut zu neuen Themen und Präsentationsformen, überzeugte die Location mit einem tollen Ambiente und einer durchdachten Ausstattung.

Für alle Beteiligten war es eine große Herausforderung – und auch ein toller Beweis, zu was wir fähig sind. Danke an dieser Stelle nochmals an alle Mitwirkenden. Und Danke vor allem an Herrn Otto und Herrn Dermitzel, die mit dieser Investition unseren Studenten erst die Plattform zur Selbstdarstellung ermöglicht haben.

Wenn ihr nun noch Lust auf Fotos habt, schaut euch gern die gesammelten Bilder unserer PR Mia und Chris an:

HIER NOCH 218 BILDER MEHR ENTDECKEN!

ADC

 


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Autor: Kunstschule Wandsbek

Die Kunstschule Wandsbek in Hamburg und Bremen ermöglicht es Kommunikationsdesign zu studieren.

Kommentare

2 Kommentare bis her ...


  1. […] ausführlicher Bericht von der Kunstschule Wandsbek gibts auch gleich mit dazu 🙂 Darin enthalten auch ein Statement von […]