Auf den Zielgeraden – Julian berichtet über seinen Abschluss

Veröffentlicht am: 25 Februar 2015

Julian Behrenbeck

Mia:
Julian, wie man auf Facebook sehen kann, steckst du in den Zielgeraden deines Abschluss. Hat bis hier alles gut geklappt?
Julian:
Hallo Mia, ja du hast Recht die Uhr tickt und tickt und …tickt.
Und dann ist es plötzlich schon alles vorbei und 7 Semester liegen hinter dir.
Das Abschlusssemester war ein recht holpriger Weg.
Zwar hab ich bereits im 6. angefangen, an meiner Abschlussidee zu arbeiten,
aber es kommen dann doch hier und da neue und unerwartete Probleme auf einen zu, wie z.B.
– Model kann nicht und es gibt keinen Ersatz
– Studio ist nicht frei, du hast aber Model, Visa und Catering geordert
– Rechner schmiert mit allen Daten ohne Back-Up ab
– oder eben auch mein liebstes Problem: “Hallo, Budget, wo bist du?”

Mia:
Wieviel deiner Idee vom Ende des sechsten Semesters hat bis jetzt zum Ende des siebsten Semesters noch überlebt?
Julian:
Die Idee hat sich zwar weiter entwickelt, blieb dem Grundkonzept aber im Großen und Ganzen das ganze Semester über treu. Was noch am Anfang unter dem Namen Y Magazin funktioniert hat, bekam relativ schnell ein weiteren Buchstaben und weitere Themengebiete dazu: “The YX Experience” heißt das Kind nach knapp 6 Monaten Schwangerschaft nun endgültig.

Mia:
Was hast du für Erfahrungen gemacht während des Abschlusssemesters (zum Beispiel zum Thema: Zusammenhalt des Semesters oder Termine für Gepräche)
Julian:
Für mich war das siebste Semester eins der Erfahrungsreichsten.
Zunächst lernt man unglaublich viel über sich, sein Talent und sein Arbeiten.
Ich fühlte mich selten so befreit und inspiriert an einem Projekt so lange arbeiten zu können bzw. zu dürfen. Besonders geholfen haben mir von Zeit zu Zeit die Termine bei den Dozenten, die zwar hart umkämpft sind, aber man immer wieder schätzt, da man über sein Projekt und seine Ideen reden kann und Feedback bekommt.
Nichts ist fataler als blind drauf los zu rennen und nur sein Ding zu machen. Feedback sollte man holen so oft es geht, und auch extern. Immer wieder.
Eine weitere Erfahrung war meine eigene kleine Arbeitsgruppe – bestehend aus mir und Stefanie Thiele – wir haben uns oft ausgetauscht und getroffen und über unsere Ideen geredet. Ich fand es gut jemanden zu haben, der deine Arbeit versteht.

Mia:
Was für Kosten sind auf dich zugekommen?
Julian:
Ja, das liebe Thema Geld. Also ich muss sagen, dass ich das um einiges unterschätzt habe, als ich an dem Projekt angefangen habe zu arbeiten. Kosten für Material, Klamotten, Studio, evtl. Model oder Visa.
Dann Druckkosten für das Projekt und den Merchandise und letztendlich die Präsentation.
Ja, es ist ‘n Haufen! Aber man investiert gerne, wenn man hinter seinem Projekt steht.

Mia:
Magst du uns ein bisschen über dein Projekt erzählen. Für welche Rubrik hast du dich zum Beispiel entschieden und war es die richtige Wahl?
Julian:
In meinem Editorial beschäftige ich mich mit dem Thema Gender Equality.
Ein Thema, welches mich die letzten Jahre persönlich begleitet hat und ich nun die Chance genutzt habe intensiv an diesem zu arbeiten. Männer in der heutigen Zeit, haben kaum Möglichkeit sich modisch auszuleben, ohne, wenn sie aus dem klassischem Bild des Mannes rausfallen, ihrer Männlichkeit, Glaubwürdigkeit oder sexuellen Orientierung beraubt zu werden. Frauen können Hosen und Röcke tragen. Und Männer?
Sind nicht mutig, offen und frei genug, um so mit Mode experiemntieren zu können. Zudem haben Männer immernoch das Problem ihre weiche Seite ausleben zu können, denn Männer müssen hart sein und die Frau beschützen und Macho sein! Genau, Mittelalter, Hallo! Frauen haben das Problem mit der Mode nicht direkt, sie können alles machen, alles tragen und haben eine Vielfalt an Möglichkeiten, doch werden in eine Welt geboren in der das Bild von Weiblichkeit von den Medien an eine Vision, einer Idee von Plastik, Pink und dicken Brüsten gekoppelt ist. Frauen werden auf ein sexistisches Bild reduziert.
Kurz und knapp: Hör auf dir von deinem Geschlecht vorschreiben zu lassen, was du zu tun oder zu lassen oder wer du zu sein hast!

Mia:
Hast du abschliessend noch einen Tipp an die nächsten Studierenden, die ihren Abschluss bei uns machen?
Julian:
Terminplaner, Terminplaner, Terminplaner!
Und den auch nutzen. Täglich.
Ein Abschluss passiert nicht über Nacht und auch nicht nach Monaten Prokrastination in 2 Wochen. Kleine Schritte helfen zum Großen und Ganzen. Und ein gutes Team. Leute, mit denen du arbeiten kannst.
Und: Sei bei dir, fokussiere dich auf deine Idee. Geh deinen Weg!

Mia:
Vielen Dank für deine Zeit, das Interview und wir wünschen dir viel Erfolg bei deiner Präsentation am Montag!
Julian:
Danke, es kribbelt schon etwas und ich freue mich auf Präsentation.
Lassen wir das Baby auf die Welt!

Wenn ihr mehr von Julian’s Arbeiten sehen möchtet, erhaltet ihr hier einen Einblick in seine Abschlussarbeit und für weiteres besucht seinen Blog oder seinem Onlineportfolio.


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Autor: Miriam Wagner

Miriam Wagner

Hi, mein Name ist Mia. Ich hab von 2009 bis 2013 an der kunstschule wandsbek studiert und schon während meines Studiums an der kw als PR gearbeitet. Jetzt, nach meinem Abschluss, bin ich wieder zurück und freue mich wieder als rasende Reporterin unterwegs zu sein.

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