Von einer, die auszog die Welt zu erkunden

Veröffentlicht am: 28 Oktober 2016

Maithai Müller

Vor einiger Zeit erfuhren wir, dass eine unserer ehemaligen Studierenden den weiten Weg nach Asien auf sich genommen hat.
Maithai Müller hat es nach ihrem Abschluss bei uns nach Bangkok verschlagen, seitdem lebt und arbeitet sie dort.
Wir haben sie per Syke kontaktiert, um herauszufinden, wie es dazu kam, was sie dort so macht und wie es ihr geht.

Mia:
Wer bist du? Wo kommst du her und wo bist du zur Zeit?
Maithai:
Ich bin Maithai, bin 23 Jahre alt und habe meinen Abschluss im März 2015 an der KW gemacht. Seit Juli 2015 arbeite ich in Bangkok bei Toneyes, einer Web- und Designagentur.

Mia:
Wie bist du dazu gekommen und wie hat es dich so weit weg von Hamburg getrieben?
Maithai:
Ich bin halb Thai, halb deutsch. Meine Wurzeln liegen in Thailand. Nach dem Abschluss habe ich erstmal meinen Führerschein gemacht und dann hiess es erstmal nur “ab ins Ausland” für ungewisse Zeit und dann habe ich erstmal meine Familie besucht. Die kommt aus dem Süden von Thailand. Da war ich dann erstmal so 2-3 Wochen und dann ist mir ein bisschen die Decke auf den Kopf gefallen und ich hab einfach aus Spaß mein Portfolio losgeschickt und wurde dann tatsächlich zum Bewerbungsgesrpäch eingeladen. Ich hatte mich bei mehreren Agenture beworben und das lief dann einmal persönlich ab und eben auch über Skype und dann hat es letztendlich hier bei Toneyes geklappt und ich bin auch super happy! Man muss halt sagen, ich bin jetzt hier in Thailand und das ist einfach eine andere Kultur, auch das Arbeitsleben ist hier anders und ich hab hier echt einen richtigen Glücksgriff gemacht, weil hier alle einen Bezug zur westlichen Kultur haben und dementsprechend ist auch das Arbeitsklima so. Wir können uns offen kritisieren, uns gegenseitig pushen, ohne dass jemand beleidigt ist oder man in ein kulturelles Fettnäpfchen tritt. Ich hab quasi das europäische Design und Arbeitsklima, aber bin trotzdem in Asien und ess hier in der Mittagspause meine Papaya und meine Annanas und bin damit einfach super glücklich!

Mia:
Was sind die kulturellen Unterschiede, die für dich am deutlichsten sind? Was wäre so ein kulturelles Fettnäpfchen?
Maithai:
In Thailand ist es ein großes Thema “sein Gesicht zu verlieren”. Wenn du zb jemanden öffentlich kritisierst, auch wenn du das garnicht böse meinst oder auch wenn du einfach ein bisschen lauter sprichst. Das sind schon so Kleinigkeiten, die dir ein Tourist nicht übel nimmt, aber wenn du hier arbeitest, auch wirklich mit thailändischen Kunden, musst du echt aufpassen. Wobei ich auch sagen muss, dass wir hauptsächlich auch europäische Kunden haben, deswegen bin ich da eigentlich auch auf der sicheren Seite. Ich find das so cool, das hier zu erleben und diese Erfahrung zu machen. Ich merke aber schon, wenn ich Arbeiten kritisiere oder Feedback gebe, das muss dann nicht mal negative Kritik sein, dass das anders aufgefasst wird.

Mia:
Was sind deine Haupttätigkeiten? Was machst du den ganzen Tag?
Maithai:
Ich mach hauptsächlich Webdesign und wenn das Design steht und nach Absprache mit dem Kunden, begleite ich auch den ganzen Prozess mit der Proklamation und den ganzen Back Ends, um es mal ganz allgemein zu fassen. Ich begleite also den ganzen Prozess von A nach B oder A bis Z besser gesagt! Und ansonsten mache ich noch viele Corporate Designs, wie Flyer- oder Logodesigns. Das hängt halt immer vom Kunden ab, aber hauptsächlich machen wir Webdesign. Das ist quasi ein ganzes Paket. Wir machen aber auch ganz viel Motiondesign, das heisst, dass ich total viel photoshoppe, also Storyboards in PSD erstelle für den Motiondesigner. Eigentlich ist es total breit gefächert. Ich kann das garnicht so genau sagen. Je nachdem, was kommt eigentlich.

Mia:
Erzähl uns mal ein bisschen was zur Stimmung bei Toneyes.
Maithai:
Wir sind ein sehr junges und modernes Team, wenn auch sehr klein. Das ist natürlich auch total cool, weil wir alle im selben Alter sind und uns dementsprechend auch motivieren, pushen und gleich denken.
Es herrscht auch so ein wenig “KW-Feeling”, durch die Sticker und die Gestaltung der Räume. Gemeinsam haben wir viel Spaß, was wir auch gern nach aussen zeigen:

We just love what we do – Toneyes from Daniel Benz on Vimeo.

Die hauptsächlich gesprochene Sprache in der Agentur ist englisch, da wir wie gesagt hauptsächlich europäische Kunden haben. Aber natürlich ist es auch von Vorteil die Landessprache sprechen zu können und die kann ich eben, da meine Mama sie mir von kleinauf beigebracht hat.

Mia:
Teile uns deine Gedanken zum Arbeiten im Ausland mit.
Maithai:
Ich denke mir, dass die Erfahrung im Ausland zu arbeiten überall gut ist. Vor allem für einen selbst, natürlich auch für den Lebenslauf! Also wenn man die Möglichkeit hat, sollte man das auf jeden Fall in Erwägung ziehen. Was ich noch zu meinem Bezug zur Kultur sagen kann ist, dass ich selbst noch nie in Thailand gelebt habe und jetzt das erste Mal. Ich war sonst nur über die Sommerferien zuhause bei der Familie. Ich könnte mir auch vorstellen woanders im Ausland zu arbeiten.
Da bin ich auch total offen und ich glaube, wenn man den Schritt auch gewagt hat ins Ausland zu gehen, merkt man erst wie krass die Welt einem offen steht. Esist natürlich schon in Deutschland so, dass man sich mit dem Abschluss in der Tasche überall bewerben kann, aber so ein Schritt ins Ausland ist natürlich noch viel größer und dann realisiert man erstmal, was alles so möglich ist. Das ist eine schöne Motivation!

Toneyes Design & Web Agency – Design, Web and Motion in Bangkok from Daniel Benz on Vimeo.


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Autor: Miriam Wagner

Miriam Wagner

Hi, mein Name ist Mia. Ich hab von 2009 bis 2013 an der kunstschule wandsbek studiert und schon während meines Studiums an der kw als PR gearbeitet. Jetzt, nach meinem Abschluss, bin ich wieder zurück und freue mich wieder als rasende Reporterin unterwegs zu sein.

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