Anni Schiel gewinnt: ADC Talents

Ein Interview mit Anni Schiel

Du hast bei dem diesjährigen ADC Talents Wettbewerb eine Auszeichnung gewonnen. Für welche Arbeit und was war die Idee dahinter?

Ja, ich habe eine Auszeichnung für meine Abschlussarbeit „Mackenkaff – der Ort, wo deine Macken wohnen“ erhalten.

Die Idee war es ein Editorial Design zu gestaltet, das ein stärkeres Bewusstsein und eine neue Wahrnehmung für die kleinen, verrückten Macken und unbewussten Angewohnheiten von jedem von uns schaffen soll. Und das mit viel Humor, Verrücktheit und Spaß! Meiner Meinung nach gibt es genug Bücher, die uns aufzeigen, was man an sich ändern sollte. Aber wer sagt einem mal, dass auch unsere Fehler zu uns gehören und nicht immer so schlimm sind, wie es einem eingeredet wird. Mit meinem Buch darf man zu seinen Macken stehen und akzeptieren, dass eben nicht alle Schrauben ganz fest sitzen. Durch kleine bewusste und unterbewusste Tests findet der Leser heraus, wie normal und lustig es ist, Macken zu haben und welche unbewussten Spleens in einem schlummern.

Solch eine Arbeit ist ja kein Ergebnis von Zufall, sondern von konzentrierter und harter Arbeit. Beschreibe uns mal die Entwicklungsphase.

Also zunächst habe ich natürlich sehr viel recherchiert und mir den Markt und Wettbewerb angesehen, um mich mit meinem Buch, dem Thema und der Gestaltung auch wirklich abzugrenzen. Anschließend habe ich versucht möglichst viele Inspirationen zu sammeln und mir zum Beispiel meine Mitmenschen, Freunde, Familie genau anzusehen, um die Macken aus ihnen heraus zu kitzeln. Mein Buch lebt von der Idee den Macken einen Charakter, ein Gesicht und ein Zuhause in unserem Kopf zu geben. Da war natürlich erst mal viel Fantasie gefragt, viel scribbeln und verwerfen, bis die ersten Macken standen und ich meinen Illustrationsstil gefunden hatte. Ich würde sagen der Anfang war das Schwierigste. Als erstmal der Stil und die Grundidee stand, lief es dann auch.

Wer oder was hat dich am meisten motiviert? Oder – wann und an welchen Stellen gab es krasse Durststrecken und wie bist du da wieder rausgekommen?

Auf jeden Fall meine Freunde die gleichzeitig auch meine Kommilitonen waren! Man konnte sich gegenseitig sein Leid klagen und sich zusammen freuen, wenn endlich mal der Knoten geplatzt war! Das hat die Zeit so viel schöner gemacht und sehr geholfen sich immer wieder aufzuraffen, wenn es mal nicht so lief. Krasse Durststrecken würde ich sagen gab es eher am Anfang, als man noch etwas unsicher war und seinen Stil noch nicht gefunden hatte. Anschließend lief es, aber einem lief dann leider auch die Zeit davon, dass war das größere Problem! 😀

Die qualitative Messlatte des ADC liegt ja nach wie vor sehr hoch. Wann war für dich klar, dass diese Arbeit dort unbedingt eingereicht werden muss?

Also ich war natürlich stolz auf meine Arbeit, so wie es glaube ich jeder ist, wenn man so viel Zeit und Schweiß und auch ein paar Tränen da hinein investiert hat. Aber darauf gekommen, meine Arbeit einzureichen, bin ich eigentlich erst durch meine Dozenten in der Abschlussprüfung, die zu meiner Freude sehr begeistert waren und der Meinung, ich sollte mein Glück beim ADC auf jeden Fall versuchen. Auch von anderen Seiten habe ich anschließend oft gehört, dass ich es doch mal versuchen solle, und dann dachte ich mir, alle können sich ja nicht irren! 😉

Als du die Nachricht deiner Auszeichnung erhalten hast, wie hast du reagiert?

Ich habe mich natürlich sehr gefreut! Tatsächlich haben meine Freunde das schon vor mir in der ADC App gesehen, da ich gerade in einem Call war und unsere WhatsApp Gruppe ist explodiert. 😀 Das war schon ein schönes Gefühl.

Awards sind für die GenZ ja immer unwichtiger geworden. Nun hast du einen gewonnen. Was macht das mit dir? Und in welcher Form wird dir das für dein weiteres Berufsleben helfen?

Ich finde es persönlich gut, dass Awards nicht mehr das Wichtigste sind. Trotzdem freu ich mich meine Arbeit damit auszeichnen zu können und es als kleinen Bonuspunkt in mein Portfolio mit aufnehmen zu können. Man weiß ja nie was sich dadurch noch ergibt, schaden kann es auf jeden Fall nicht. Im Berufsleben helfen kann es glaube ich nur, wenn das Gesamtpaket stimmt und wie gesagt als kleiner Bonus und das ist auch richtig so. 🙂

Wo arbeitest du zur Zeit?

Ich arbeite gerade bei der Firma foodloose in Hamburg, allerdings zur Zeit durch Corona leider im Homeoffice. Zuvor habe ich zwei Praktika bei einer Werbeagentur und einer Video- und Contentproduktion absolviert, die mir auch viel Spaß gemacht haben. Aber ich denke ich habe gemerkt, dass mir die Arbeit für eine Firma und Produkte, hinter denen ich selbst stehen kann, am meisten Spaß macht!

Was hast du für Zukunftspläne? Hast du ein konkretes Ziel, auf das du zuarbeitest?

Ja auf jeden Fall! Corona hat ja jedem in irgendeiner Form einen Strich durch die Rechnung gemacht, dass war bei mir nicht anders. Sobald ich eine feste Anstellung sicher habe, möchte ich gern endlich ausziehen und in meinem Beruf richtig durchstarten. Und wenn es wieder möglich ist, mit meinen Mädels in den Urlaub fahren und noch mal richtig unseren Abschluss nachfeiern! 😉

Was wäre deine Empfehlung an die jetzigen Studierenden der KW?

Bezogen auf die Abschlussarbeit:

Denkt auf jeden Fall frühzeitig über ein Thema nach, dass euch Spaß macht, fordert und auch immer wieder motiviert. Das ist wirklich das A und O. Wenn man Spaß an seinem Thema hat, dann kommen auch coole Sachen dabei heraus und ihr könnt am Ende stolz auf das Ergebnis sein. Und ganz wichtig – tauscht euch mit euren Freunden/ Kommilitonen aus und macht das alles nicht allein durch. Es hilft, motiviert und macht gleich noch mal mehr Spaß.

Allgemein:

Genießt das Studium an der KW! Es ist so super schnell vorbei und einfach eine wundervolle Zeit, in der man sich wirklich noch ausleben und ausprobieren kann & tolle Freundschaften schließen kann. Macht was daraus! 😉