Sei ein Trottel! Mit Paul Ripke und Special Guest

Veröffentlicht am: 4 Dezember 2017

Es ist Donnerstag, der 30. November 2017. Während es draussen mittlerweile beklemmend kalt geworden ist, strahlen im vierten Stock der Kunstschule Wandsbek, ungewohnt viele Menschen eine wohlige Wärme aus. Nie zuvor hat ein Gastvortrag so viele Zuhörer in unsere vier Wände gelockt. Der Grund ist offensichtlich. Zum Jahresende konnten wir nicht nur Paul Ripke, ein absolutes Highlight in unserer S.T.U.D.E.N.T.E.N.F.U.T.T.E.R-Gastvortragsreihe willkommen heißen, sondern auch den Überraschungsgast Marteria!
Für ihren spontanen Vortrag haben sich die beiden übrigens kurzerhand in Ripteria getauft.

Marteria und Paul sind seit einigen Jahren sehr gut befreundet. Die beiden sind eigentlich ziemlich unterschiedlich. Paul, nach eigenen Worten, eher so die „Fernseh-Ruhmsau“, während Marteria trotz seines großen Erfolgs immer noch der „reale Musiker“ geblieben ist. Eines verbindet die beiden allerdings sehr stark: Sie sind sind Persönlichkeiten, die sehr viel auf ihr Bauchgefühl hören und das Leben oftmals so nehmen, wie es spontan halt kommt.
Vor ein paar Jahren kamen die beiden auf die Idee, eine Weltreise zu machen, Eindrücke für Marterias neues Album zu gewinnen und das alles mit Pauls Kamera bildlich festzuhalten.
Seitdem sammeln die beiden, in einem kleinen persönlichen Wettbewerb, Länderpunkte. Einen Länderpunkt bekommt man, wenn man eines der 194 Länder der Erde bereist und in diesem auch nächtigt. Für Durchreise an einem Tag gibt es also kein Länderpunkt!

Um sich den unzähligen Meinungen zu entziehen, die bei einem größeren Projekt, wie dem Album von Marteria, mitwirken wollen, zogen die beiden zu zweit los. Erster Stop auf ihrere Reise war Chile. Hier entstand übrigens das Cover für Zum Glück in die Zukunft 2, das bis dato erfolgreichste Album Marterias. Auf dem Cover ist ein kleiner Junge, der dem Betrachter eine geladene Zwille ins Gesicht hält. Mehr oder weniger subtil, steckt hierin die Gesellschaftskritik, dass die Menschheit ihre Handlungen bedacht wählen sollte, dies nicht getan hat und nun von der jungen Generation die Zwille ins Gesicht gehalten bekommt.
Stop Zwei der Reise war dann Rio. Hier nisteten sich die beiden für eine Woche, mitsamt einer Kamera und Equipment, im Wert von mehreren Zehntausend Euro, in der größten Favela Brasiliens ein, um das dortige Leben und die Atmosphäre festzuhalten.
Nach 30 Grad und Sonne ging es erstmal in das geringfügig kühlere Alaska, wo unter anderem das Video zu Welt der Wunder entstand. Riesige Eisberge, Kilometerweit nur Natur und aufregende Helikopterflüge durften die beiden hier erleben.
Von weitläufiger, wunderschöner Natur, ging es dann über das trubelige Thailand nach Nepal. Inklusive Höllenritt zum gefährlichsten Flughafen der Welt. Weil auf den Landeanflügen gefühlte drei mal im Jahr eines der Flugzeuge abstürzt, muss die ansässige Airline in eben jenen Abständen immer wieder ihren Namen ändern. Zur großen Freude der beiden, konnten Sie ihren, zum Glück erfolgreichen, Flug mit der zu dem Zeitpunkt namentlichen YETI-Airline absolvieren.

Fünf Länder, drei Kontinente und ein Album später, sind die beiden dann tatsächlich in unserer Kunstschule, um von ihren Erlebnissen zu erzählen und uns den ein oder anderen Tipp fürs Leben mit auf den Weg zu geben. Da Paul absolut kein Fan von riesigen Agenturen ist, empfiehlt er jedem heranwachsenden Kreativen, statt einem Praktikum in einer größeren Agentur, die Zeit einfach mal zu nutzen, um zu Reisen und Erfahrungen zu sammeln. Marteria kann nur jedem ans Herz legen, seine Prioritäten nicht aufs Geld zu legen. Wenn man mit Herzblut bei der Sache sei, käme das Geld irgendwann von alleine. Viel wichtiger sei es, für seine eigenen Werte einzustehen und kredibil zu bleiben. Und zu guter letzt ist es ganz wichtig, Dinge zu machen. Sachen nicht tot zu planen und letzten Endes zu nichts zu kommen, sondern Dinge einfach anzugehen. Der Leitfaden funktioniert sicherlich nicht für jeden und höchstwahrscheinlich gibt es hunderte von Meinungen, die dem widersprechen würden, aber die Spontanität und Offenheit der beiden hat sie dahin gebracht, wo sie heute stehen.

Als kleinen Bonus zu dem sonst schon super unterhaltsamen Vortrag, hat Marteria anschließend die  gesamte Kunstschule Wandsbek, für den Abend, auf die Gästeliste seines Konzertes gesetzt.
Riesen Dank an die beiden für ihren Vortrag und die Einblicke in ihre gemeinsame Reise. Weiterhin alles Gute für die Zukunft und wie Paul uns auch sagte: man sieht sich immer zweimal im Leben!
Für alle, die ein bisschen mehr von den beiden sehen wollen, haben wir hier ihre Homepages:
http://www.paulripke.de/photo 
http://www.marteria.com/

 


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Autor: Alex und Rico

Alex und Rico

Moin, wirs sinds, die PR-Jungs der Kunstschule Wandsbek Hamburg. Wir studieren beide zur Zeit an der KW im zweiten beziehungsweise dritten Semester und dürfen euch nebenbei noch ein bisschen auf dem Laufenden halten, in Bild und Sprache, was gerade so bei uns an der KW passiert. Alex ist schon seit längerem Hobbyfotograf und seit geraumer Zeit nun auch so fast richtig Profimäßig unterwegs. Und Rico, nun ja, Rico schreibt halt ein bisschen was zu den Aufnahmen. Auch schon so fast halbwegs Profimäßig..

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