Christoph Aulenbrock – Über die ABI zum Traumberuf

Veröffentlicht am: 28 September 2018

Christoph Aulenbrock ist ehemaliger KW-Absolvent und arbeitet mittlerweile unter anderem für die Messeagentur, über die er von der KW erfahren hat. Wir haben uns mit ihm connected um ihn zu fragen, wie es ihm nach der KW so ergangen ist.

Alex und Rico: Moin Christoph, für dich stand ja nicht schon immer fest, Kommunikationsdesigner werden zu wollen. Was waren denn deine ursprünglichen Pläne und wie kam es dann, dass du an die KW gekommen bist?
Christoph: Moin Rico, das stimmt. Ich wollte lange Zeit Lehrer werden. Am liebsten Sport, Englisch und Kunst. Während meiner gymnasialen Oberstufenzeit habe ich mich auf die Sporteignungsprüfung an der DSHS in Köln vorbereitet, drei Tage vor der Prüfung habe ich mich verletzt und war ans Sofa gefesselt. Einen ganzen Sommer lang nur Rumliegen, zeichnen und grafische Arbeiten am Laptop. Ich habe in der Zeit meine Kreativität neu gefunden. Dann schleppte meine Mutter mich zur ABI Zukunft, einer Informationsmesse für die Zeit nach dem Abitur, nach Osnabrück. Mit dem Beruf Lehrer im Hinterkopf habe ich mir dort Sporthochschulen angeschaut und war wenig begeistert. Der einzige Stand der mich begeistert hat war der von der Kunstschule Wandsbek. Hier hat Herr Burkhard Otto einen kreativen Funken in mir entzündet. Nach Besuchen an einem Tag der offenen Tür in Bremen und in Hamburg stand für mich fest – ich will Werbegeneralist werden. Gesagt, getan: Bewerbungsmappe fertig geschustert, Markus Böhler überzeugt und dann konnte ich sogar direkt im 2. Semester beginnen, da ich einige Vorkenntnisse vom Kunstunterricht mitbrachte.
Alex und Rico: Wie erinnerst du dich an dein Studium zurück?
Christoph: Meistens mit einem Lächeln. Es gab so viele Ideen die einfach raus wollten/sollten/mussten und dort war die KW einfach der perfekte Ort. Völliges Ausrasten mit Pinsel oder Kalligrafiefeder, Brainstorming auf den Fatboys oder einfach bei Frau Milch ein frisch geschmiertes Brötchen holen. Man hat gar nicht gemerkt wie selbstständig man geworden ist aber vieles kam von Projekt zu Projekt. Anfangs hat man bei InDesign einen Kasten aufgezogen und sich gewundert warum der leer ist. Heute ist das wie Fahrrad fahren.
Es gab aber auch Zeiten wo man dachte, gut ich pack das hier grad nicht mehr. Besonders in der Zeit der Abschlussprüfung. Dann kam aber ein Gespräch mit den Dozenten und die haben einen wieder auf den richtigen Weg geführt.
Alex und Rico: Gab es besonders schöne Momente an der KW für dich?
Christoph: Es gibt so Momente wie Chillen & Grillen oder die Weihnachtsfeiern an die man sich gerne erinnert, was aber wohl die beiden schönsten Momente für mich waren haben tatsächlich im Unterricht stattgefunden. Da waren zum Teil hitzige Diskussionen mit Fotografiedozenten, weil sich grundverschiedene Ansichten getroffen haben und man sich und seine Werke selbst verteidigen musste. Ganz besonders erinnere ich mich an eine Stunde bei Stan Skolnik zurück. Er zeigte uns ein Werbebanner mit 3 unterschiedlich großen Rosensträußen und wir sollten uns einen Werbespruch dazu einfallen lassen. Zunächst denkt man an eine Headline für eine Frau, aber wer kauft eigentlich Blumensträuße?
Hier zur Werbung
Alex und Rico: Wo arbeitest du heute und wie gefällt dir dein Beruf?
Christoph: Ich arbeite bei JF MESSEKONZEPT, einer Messeagentur die sich auf Karriere- und Bildungsmessen spezialisiert hat. Witzigerweise arbeite ich jetzt unter anderem für die Messe, auf der ich die Kunstschule Wandsbek 2011 kennengelernt habe. Hier bin ich als Grafikdesigner für sämtliche Werbemaßnahmen verantwortlich. Egal ob Flyer und Plakate, Infowände und Messeguide, Homepage und Facebookwerbung, Fotografien und Filme machen und nachbereiten. Hier ist ein kreativer Alleskönner gefragt. Meine werbegeneralistische Ausbildung hilft mir jeden Tag, da ich mal mit After Effects U-Bahn-Werbung erstellen muss und dann wieder mit Bleistift anfange kleine Skizzen für Zeitungswerbung zu erstellen. Als Lehrer hatte ich den Wunsch junge Menschen zu prägen und ihnen etwas für‘s Leben mit auf dem Weg zu geben. Heute präge ich die zukünftigen Schritte der baldigen Schulabgänger eher aus dem Hintergrund.
Alex und Rico: Wie war dein Einstieg in die Arbeitswelt nach dem Studium?
Christoph: Der war sehr holprig. Ich dachte zunächst ich will in eine große Werbeagentur und mich dort hochkämpfen, doch als ich nach ein paar Bewerbungsgesprächen mit Berufscholerikern gemerkt habe, dass ich in dieser Hire-&-Fire–Welt nicht glücklich werde musste ich mich umorientieren. Also wollte ich auf die andere Seite, anstatt auf unterschiedlichen Kunden zu arbeiten, wollte ich lieber auf der Marketing-Seite arbeiten und dort sehen wie eine Marke von Innen wächst. Hier hat man deutlich mehr Verantwortung und ist nicht nur ein Grafiker von vielen – Wertschätzung ist mir beim Einstieg in die Berufswelt auch sehr wichtig gewesen.
So bin ich über unterschiedliche Praktika und eine bisschen Berufserfahrung sammeln nun bei JF MESSEKONZEPT gelandet, wo ich heute glücklich bin.
Alex und Rico: Arbeitest du viel digital oder kommt bei dir teilweise noch der Pinsel und die Farbe zum Einsatz?
Christoph: Wie eben schon berichtet ist 99% meiner Arbeit digital. Wenn man mal ein paar Pinselstriche zieht werden die eingescannt und dann beispielsweise als Störer hinter irgendwelche Texte gelegt.
Alex und Rico: Kannst du unseren angehenden Kommunikationsdesigern etwas mit auf den Weg geben, für das Studium und die Zeit danach?
Christoph: Egal ob angestellter Grafiker, Freelancer oder Selbstständiger: Seid Euch eures Handwerks bewusst! Es werden immer Leute kommen die feilschen wollen und euch irgendwo im Budget kürzen wollen, aber habt ihr schon mal bei einem Friseur nach getaner Arbeit um den Preis verhandelt?
Für mich gibt es drei Säulen im Designbereich – günstig, schnell und richtig. Wenn man die in einem Dreieck aufzeichnet kann man sich immer nur für zwei entscheiden, die dritte Option verfällt:
Günstig + schnell = fehlerhaft; 
Schnell + richtig = teuer; 
Richtig + günstig = langsam. 
Erst wenn man alle drei Komponenten in einem Projekt verbinden kann ist es perfekt.

Vielen Dank für das Interview Christoph und weiterhin alles Gute für die Zukunft!


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Autor: Alex und Rico

Alex und Rico

Moin, wir sinds, die PR-Jungs der Kunstschule Wandsbek Hamburg. Wir studieren beide zur Zeit an der KW im zweiten beziehungsweise dritten Semester und dürfen euch nebenbei noch ein bisschen auf dem laufenden halten, in Bild und Sprache, was gerade so bei uns an der KW passiert. Alex ist schon seit längerem Hobbyfotograf und seit geraumer Zeit nun auch so fast richtig Profimäßig unterwegs. Und Rico, nun ja, Rico schreibt halt ein bisschen was zu den Aufnahmen. Auch schon so fast halbwegs Profimäßig..

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