Sabine Puigmarti über die Ausstellung „HR Giger – Retrospektive“

Veröffentlicht am: 10 März 2012

Sabine Puigmarti

Sabine Puigmarti besucht die Ausstellung von HR Giger
Im Februar ging es für die Studenten des Semesters 1.1 mit Dozentin Sabine Puigmarti in die Fabrik der Künste. Hier gab es eine Retrospektive der letzten 40 Jahre des Schweizer Künstlers HR Giger zu besichtigen. In 2 Gruppen konnten die Studenten sowohl Acryl- und Ölbilder des gelernten Designers betrachten, als auch Möbelstücke und Modelle.

Was alle zunächst wussten, war das HR Giger der Schöpfer der Weltberühmten Alien Figuren ist. Figuren, die ihm – wie so vieles, was sich im Laufe der Führung herausstellte- im Traum erschienen sind und später die Grundlage für die von Ridley Scott verfilmten Science-Fiction Filme bildeten. Die Ausstellung hielt u.a. auch ein Originalmodell eines Aliens bereit und einen Film, der genau Aufschluss darüber gab, wie die Biomachanoide (zum Teil organische Lebewesen, zum anderen Teil Maschinen) für den Film hergestellt wurden.

Die Ausstellung beschränkte sich jedoch nicht auf den alleinigen Erfolg, den die Alien Filmreihe brachte.

Biomechanoide Kreaturen ziehen sich zwar wie ein roter Faden durch die gesamten Werke, meist aber in bildlicher Form in Acryl, Öl, Airbrush und Tusche auf den verschiedensten Materialien und in unterschiedlichsten Formen. Hier zeigte Giger eine breite Vielfalt an Fantasiekreaturen die mal anmutig, mal bizarr und grotesk wirken, sehr oft dabei dunkel und mechanisch. Atomkraft und Genmanipulation finden in seinen Werken platz, Uniformität und Individualität und vor allem Sexualität als ein sehr zentrales Thema seiner Arbeiten.

Durch die Führung bekamen die Studenten allerhand Hintergrundinformationen über die Werke die über zwei Stockwerke verteilt waren. Die anfängliche Skepsis über die doch sehr düster wirkenden Bilder ist dank ausführlicher Erläuterungen in Interesse übergegangen und am Ende waren sich alle einig: Ein bisschen verrückt, ein bisschen bizarr, aber richtig gut gemacht.

Und auch für ihre späteren Arbeiten konnten sie etwas mitnehmen, was für Designer nicht gerade unwichtig ist: Man muss manchmal andere Wege gehen um zu neuen Dingen zu kommen. Und ganz gleich ob das, was sie gesehen haben, ihren persönlichen Geschmack trifft oder nicht, dadurch das es gut gemacht ist, ist es auch einfach gut. Eine gute, eigene Idee und ein perfekt ausgeführtes Handwerk, diese Kombination ist es, die einen guten Designer ausmacht.


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Autor: Kunstschule Wandsbek

Die Kunstschule Wandsbek in Hamburg und Bremen ermöglicht es Design zu studieren. Ich bin auch bei