Lass uns die Straßen erobern!

Veröffentlicht am: 15 Januar 2016

Auszeit

Ein Rückblick von Burak Dogac

Die einen sehen es als wichtiges Künstlergut, andere als stumpfe Sachbeschädigung. Die Rede ist natürlich von Urban Art, oder auch Street Art genannt.

Ich habe diese Begriffe schon vorher gehört, aber habe sie immer nur mit Graffiti in Verbindung gebracht. Es ist natürlich der Reiz vorhanden etwas zu erschaffen, was viele Menschen zusehen bekommen und vielleicht sogar darüber reden und Fotos machen. Der Wunsch bekannt zu werden, wie z.B „Oz“, ist groß.

Leider bin ich nicht sehr talentiert was das Sprühen angeht, aber auch nicht sonderlich mutig. Schließlich will ich als Student, der sowieso nicht wohlhabend ist, nicht noch für Sachbeschädigung blechen müssen. So verschwand der Traum als Sprayer bekannt zu werden schneller als er überhaupt entstanden ist und ich machte mich wieder auf dem Weg in die ganz „normale“ Studentenwelt.  Aber, als ob mich irgendein „höheres“ Wesen erhört hätte und mir eine Freude machen wollte, bekamen wir im 1. Semester direkt ein Projekt an der Kunstschule Wandsbek: Urban Art!

Zusammen mit unserem Dozenten Klaus Möller haben wir uns hingesetzt und erstmal recherchiert, was „Urban Art“ überhaupt ist und es hat sich sehr schnell herausgestellt, dass es nicht nur Graffiti ist, sondern ALLES. Wirklich alles, was im urbanen Umfeld an Kunst geschieht und/oder Menschen zum Mitmachen animiert.
Man könnte mit den banalsten Dingen Street Art betreiben und es kann echt gut aussehen. Sei es Plakate aufzuhängen, um eine Message zu verbreiten, ein Sofa mitten auf die Kreuzung zu packen und dort sich zu entspannen oder Blumen um Schlaglöcher herum zu zeichnen und somit darauf aufmerksam zu machen. Der Fantasie sind wirklich keine Grenzen gesetzt.

Somit begannen wir mit der Ideenfindung, die ca. 2 Wochen dauerte. Davor gab es jedoch noch „Vorbereitungslesungen“, so nenne ich sie mal. Um unsere Kreativität zu pushen, haben wir verschiedene Übungen gemacht. Unter anderem die „One-Minute-Sculpture“, wo wir alltägliche Gegenstände nahmen und daraus etwas zu erschaffen. Hierbei sollte man beachten, dass das gewähltes „Projekt“ die Beziehung zur menschlichen Anatomie berücksichtig. Als Beispiel: Nimm eine Orange und platziere sie vor deinem geöffneten Mund. Mund – rund, Orange – rund. Ziemlich leicht verständlich, oder ?

Zusammen mit dem Dozenten gingen wir die Ideen durch und haben hier und da ein bisschen korrigiert.
So ging das Rattern der Köpfe los. Ich fand relativ schnell eine Idee, wollte eine Message verbreiten und somit entschied ich mich, Plakate an Filialen wie dem Apple Store zu platzieren. Inspiriert wurde ich durch „Barbara“ (Die Person sollten einige kennen. Wer sie nicht kennt besucht sie einfach auf Facebook)

Gesagt – getan. Ich habe mein Plakat ausgedruckt und an die Wand vom Apple-Store geklebt. In sicherer Distanz, konnte ich beobachten wie viele Leute meine Arbeit bemerkten und wie sie darauf reagierten. Das Ergebnis war ziemlich ernüchternd. Einige sahen es sich nur kurz an, viele gingen einfach vorbei. Aber es gab ein paar, die sogar Fotos davon machten. Zwar ist das nur eine Kleinigkeit, aber ein tolles Gefühl, so eine positive Resonanz auf die Arbeit zu bekommen!

Es war zwar nur eine kurze, aber eine tolle Erfahrung. Ich empfehle jedem wärmsten es auszuprobieren. Ihr braucht nur Ideen und solltet keine Scheu vor Menschen haben.

Und hiermit nochmals ein großes Danke an unseren Dozenten Klaus Möller für diese Erfahrung!


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Autor: Miriam Wagner

Hi, mein Name ist Mia. Ich hab von 2009 bis 2013 an der kunstschule wandsbek studiert und schon während meines Studiums an der kw als PR gearbeitet. Jetzt, nach meinem Abschluss, bin ich wieder zurück und freue mich wieder als rasende Reporterin unterwegs zu sein. Ihr findet mich auf google plus , facebook , youtube , und auf meiner Website .