Jörn von Hofe als Alumni

Veröffentlicht am: 5 Juli 2012

Bild Jörn von Hofe

Vor gefühlt “Kurzem” noch Studierender des Monats und jetzt – Der Jörn und sein Leben nach der kw…

Was ist passiert, nachdem Du das Zertifikat zum Kommunikationsdesigner in der Tasche hattest? Wo arbeitest Du jetzt und in welcher Position?

Erst einmal habe ich mir eine Auszeit genommen. Die Wohnung in Hamburg war schon seit fast nem Jahr gekündigt, also erstmal ausziehen, Urlaub machen, Luft holen eben. Außerdem tue ich gerne Dinge nacheinander, ich hatte wenig Lust mich während meiner Abschlussarbeit damit zu befassen wo ich denn mal arbeiten könnte. Wer allerdings einen lückenlosen Übergang in die Berufswelt anstrebt sollte sich frühzeitig kümmern, aber wem sag ich das? ;-)

Nach einigen missglückten Bewerbungen in großen Hamburger Agenturen bekam ich den Hinweis, dass es eine freie Stelle in einem BMW Autohaus gibt, als Marketingverantwortlicher. Na gut, nicht ganz das was ich suche, aber BMW ist ne feine Marke. Eben nochmal kurzgeschlossen mit meiner Person des Vertrauens, und dann beworben.

Offiziell bin ich nun „Marketing Leiter“ in einem Unternehmen mit 5 Filialen an 3 Standorten mit über 120 Mitarbeitern. Klingt gar nicht mal so schlecht. Die Arbeitszeiten sind geregelt und ich darf BMW fahren! Nicht schlecht finde ich, auch wenn das nicht der klassische Weg ist den ein Kommunikationsdesigner einschlägt. Meine Aufgaben sind breit aufgestellt, im Prinzip bin ich für alles verantwortlich was gedruckt wird und an die Öffentlichkeit geht. Gleiches gilt für digitale Inhalte.

Wie wichtig war die Mappe? Wie viele Bewerbungsgespräche hast Du geführt? Welche haben Dir geholfen, welche nicht?

In den Hamburger Agenturen war natürlich die Mappe das Wichtigste, dicht gefolgt jedoch von meiner Persönlichkeit. Ich habe schnell gemerkt, dass das nicht so ganz meine Welt ist. Das war in meiner jetzigen Arbeitsstelle ganz anders, hier wird man gesietzt, wenn man noch unbekannt ist, Terminvereinbarungen werden auch eingehalten. Es herrscht eine andere Atmosphäre.

Natürlich spielen hier Zeugnisse und Noten eine höhere Rolle, wer will es den Menschen verübeln, sie haben keine Ahnung von Design, und können so natürlich nicht wirklich bewerten ob ein Portfolio jetzt gut oder sehr gut ist.

Welche Unterrichtsinhalte haben Dir in Deinem jetzigen Berufsumfeld besonders geholfen?

So breit gefächert das Angebot an der kunstschule wandsbek ist, so breit gefächert ist auch mein Aufgabenbereich. Von dem Erdenken von Anzeigen und das Umsetzen in InDesign, über fotografieren, erstellen von Mailings, HTML, bis hin zur Eventplanung ist alles dabei.
Am meisten hat mir in der kw-Zeit sicherlich flüggedesign gebracht. Unter der Leitung von Stefan Kerp haben wir dort einige Projekte mit echten Kunden durchgeführt. Die Erfahrungen, die ich dort z.B. mit dem Beauftragen von Druckereien gesammelt habe, haben mir in meiner jetzigen Position sehr geholfen.

Welche positiven und negativen Erfahrungen hast Du in den vergangenen Monaten gemacht?

Dass ich nicht so recht warm geworden bin mit der Umgangsweise in großen Agenturen ist sicherlich schon ersichtlich geworden. Aber der Weg den ich jetzt eingeschlagen habe, gibt durchaus auch viele Möglichkeiten. Und das Arbeiten ohne bis in die Nacht hinein im Büro sitzen zu müssen, hat auch durchaus seine Vorteile.

Wo soll für Dich die Reise in Zukunft hingehen? Was sind Deine Ziele?

Ich hatte schon die Möglichkeit mit den Marketingverantwortlichen von BMW und MINI in Kontakt zu treten, eine Arbeitsstelle die ich mir durchaus auch vorstellen könnte. Also nicht in einem BMW Autohaus, sondern direkt bei BMW oder MINI. Dort als Markenhüter und -lenker zu arbeiten wäre für mich eine reizvolle Aufgabe.

Zunächst jedoch geht es für mich nach Finnland um dort nochmal das Studentenleben so richtig auszukosten – nein, natürlich nur um dort den Master zu machen.

Wie und wo holst Du Dir Inspiration für Deinen Job?

www.mercedes-benz.de :D kleiner Scherz am Rande!
Das Allermeiste ziehe ich mir aus den Weiten des Internets. Oft lasse ich mich einfach gehen, tauche ein und klicke mich von Einem zum Nächsten. Manchmal suche ich aber auch ganz gezielt nach etwas wie man was umsetzen könnte.

Speziell jetzt auf meinen derzeitigen Job bezogen hilft vor allem der Austausch mit anderen Menschen, oft ist es so dass die, die tagtäglich mit den Dingen zu tun haben, einen ganz anderen Blickwinkel haben als wir Designer.

Was würdest Du den jetzigen Studierenden der kunstschule wandsbek raten?

Neben einer Werbeagentur gibt es eigentlich in jedem größeren oder kleineren Unternehmen Menschen, die sich ums Marketing kümmern. Auch wenn ein Kommunikationsdesigner nicht 100%ig dafür gemacht ist, (das verfassen von PR Texten war z.B. Neuland für mich) ist es dennoch vom Inhalt her eine interessante Arbeitsstelle, wo wir, mit unserem Denken und Ideen, viel frischen Wind reinbringen können.


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Autor: Kunstschule Wandsbek

Die Kunstschule Wandsbek in Hamburg und Bremen ermöglicht es Design zu studieren. Ich bin auch bei

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